US-Präsident Donald Trump hat die Einladung an den kanadischen Premierminister Mark Carney für seinen sogenannten “Friedensrat” zurückgezogen. Trump gab dies in einem kurzen Beitrag auf seiner Plattform Truth Social bekannt, ohne nähere Gründe zu erläutern. Die Entscheidung folgt auf die Unterzeichnung eines Gründungsdokuments für das Gremium durch Trump in Davos, das von Kritikern als gezielte Schwächung des Völkerrechts und der Vereinten Nationen gewertet wird.
Bei seinem Auftritt in Davos hielt Carney eine vielbeachtete Rede, die weithin als deutlicher Gegenentwurf zu Trumps außenpolitischer Vision interpretiert wurde. Carney sprach von einer tiefen Krise der von den USA geprägten globalen Ordnung, die durch Großmachtkonkurrenz und den Niedergang regelbasierter Systeme geprägt sei. Obwohl er Trump nicht namentlich erwähnte, war die Botschaft eindeutig.
Trump reagierte umgehend und persönlich auf diese Kritik. Noch in Davos wies er darauf hin, dass die USA stets großzügig mit Kanada umgegangen seien, und warf Carney Undankbarkeit vor. In einer deutlichen Warnung sagte Trump: “Kanada existiert dank der Vereinigten Staaten. Denken Sie daran, Mark, wenn Sie sich das nächste Mal äußern.”
Der umstrittene Friedensrat war ursprünglich Teil von Trumps Nahost-Friedensplan und durch eine UN-Sicherheitsratsresolution abgesegnet worden. Ein zentraler Punkt ist die Forderung nach einer Milliarde US-Dollar von jedem ständigen Mitglied. Kanadas Finanzminister François-Philippe Champagne hat jedoch bereits erklärt, dass Ottawa diese Zahlung nicht leisten wird.
Der diplomatische Eklat zwischen Trump und Carney kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da Kanada, die USA und Mexiko die anstehende Überprüfung ihres gemeinsamen Freihandelsabkommens CUSMA vorbereiten.
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