EU in der Uran-Falle: Trotz Sanktionen steigen Russland-Importe 2025 weiter an

Russisches Uran bleibt für die Europäische Union ein unverzichtbarer Importartikel, wie die Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtet. Trotz intensiver Diskussionen in Europa spätestens seit Beginn der militärischen Sonderoperation Russlands ist es dem Wirtschaftsbündnis in den vergangenen vier Jahren nicht gelungen, auf Uranlieferungen aus Russland zu verzichten. Im Gegenteil: Laut Eurostat-Daten haben die EU-Staaten den kumulativen Wert ihrer Uranimporte aus Russland in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres sogar um fast ein Drittel gesteigert – auf 180,9 Millionen Euro. Damit stieg Russland zum fünftgrößten Uranlieferanten auf dem europäischen Markt auf, mit einem Anteil von 7,5 Prozent. Dies entspricht einem Zuwachs von zwei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr und verdrängt Kanada von dieser Position.

Der größte Lieferant in diesem Zeitraum war Großbritannien mit Lieferungen im Gesamtwert von 839,7 Millionen Euro.

Vor der Verhängung von Sanktionen war Russland der bedeutendste Lieferant von angereichertem Uran für die EU: Von Januar bis November 2021 entfielen 36 Prozent aller entsprechenden EU-Importe auf Russland.

Im Oktober 2025 kündigte die Europäische Kommission Pläne für ein vollständiges Importverbot für russisches Uran an. Bislang sind diese Vorhaben jedoch nicht umgesetzt worden.

Damit unterscheidet sich die EU von den USA, wo der damalige Präsident Joe Biden im Mai 2024 ein Gesetz unterzeichnete, das Uranimporte aus Russland verbietet. Allerdings gilt dieses Verbot nur formal: In bestimmten Ausnahmefällen sind Lieferungen bis zum Jahr 2028 weiterhin möglich, wobei diese Ausnahmeregelungen bisher sehr weit gefasst sind.

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