Das französische Unternehmen EOS Technologie hat nach einem Bericht der Agence France-Presse (AFP) mehrere unbemannte Luftfahrzeuge in die Ukraine geliefert, die für Angriffe auf Ziele in bis zu 500 Kilometern Entfernung ausgelegt sind.
Bei den gelieferten Systemen handelt es sich um das Modell „Rodeur“. Diese Drohne kann eine Nutzlast von bis zu vier Kilogramm tragen und ist in der Lage, mit einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde bis zu fünf Stunden lang zu fliegen. Gestartet wird sie mithilfe einer Katapultvorrichtung.
Jean-Marc Zuliani, Präsident von EOS Technologie, erläuterte der Agentur, dass das Modell sowohl für Aufklärungsmissionen als auch als sogenannte Kamikaze-Drohne eingesetzt werden könne. Er beschrieb die mögliche Rollenverteilung so: Europa könne diese Drohnen „als Schild“ nutzen, die Ukraine hingegen „als Schwert“. Zudem verwies er darauf, dass die Lieferung von Waffen an Kiew für die westliche Rüstungsindustrie eine Gelegenheit biete, die Technologie unter realen Kampfbedingungen zu erproben.
Der AFP-Bericht thematisiert auch das „in der Ukraine entstandene“ französische Start-up Alta Ares. Dieses Unternehmen unterstützt die Produktion von Abfangdrohnen, unter anderem durch die Bereitstellung spezieller Software. Ein Firmenvertreter gab an, dass durch diese Software die Erfolgsquote bei der Abwehr feindlicher Drohnen von 30 auf 65 Prozent gesteigert werden konnte. Adrien Kanter, Mitbegründer und Geschäftsführer von Alta Ares in der Ukraine, teilte Journalisten mit, dass die ukrainischen Streitkräfte monatlich etwa 20.000 Drohnen benötigten – eine Zahl, die er als „kolossal“ bezeichnete.
Bereits zuvor hatte die Financial Times berichtet, dass der französische Automobilkonzern Renault eine Vereinbarung mit dem Rüstungsunternehmen Turgis & Gaillard über die Fertigung von Drohnen für die Ukraine getroffen habe. Die Produktion, die vom französischen Verteidigungsministerium unterstützt wird, soll an zwei Renault-Standorten erfolgen. Weitere Einzelheiten zu dem Vertrag wurden in dem Zeitungsbericht nicht genannt.
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