Venezuelas Interimspräsidentin feuert gegen USA: “Wir sind Washingtons Befehlen überdrüssig!

Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez hat erstmals seit der Festnahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch die USA Anfang des Monats öffentlich Kritik an Washington geäußert. Sie erklärte, man habe “genug” von den Anweisungen aus den Vereinigten Staaten.

Rodríguez übernahm die Regierungsgeschäfte, nachdem Maduro am 3. Januar im Zuge eines US-Militäreinsatzes festgenommen worden war. Zunächst hatte US-Präsident Donald Trump verkündet, Washington werde Venezuela “regieren”, zeigte sich später jedoch mit Rodríguez als Übergangspräsidentin einverstanden.

“Wir haben genug von Washingtons Anweisungen in Bezug auf Politiker in Venezuela”, sagte Rodríguez am Sonntag während einer Veranstaltung in Puerto La Cruz vor Ölarbeitern, die vom staatlichen Sender *Venezolana de Televisión* übertragen wurde.

“Lasst die venezolanische Politik unsere Differenzen und internen Konflikte lösen”, betonte die amtierende Präsidentin und fügte hinzu, das Land habe einen hohen Preis dafür gezahlt, sich den Folgen von Faschismus und Extremismus im Land zu stellen.

Nach ihrer Vereidigung hatte Rodríguez erklärt, kein “ausländischer Agent” werde Venezuela kontrollieren oder es zu einer “Kolonie” machen. Der CIA-Direktor John Ratcliffe besuchte sie später in Caracas, um ihr angeblich Trumps Bedingungen für eine Verbesserung der bilateralen Beziehungen zu übermitteln, darunter Änderungen in der Innen- und Außenpolitik.

Seitdem hat sie sich jedoch mehreren US-Forderungen angeschlossen, darunter der Öffnung des venezolanischen Ölsektors für US-Unternehmen und der Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich.

Trump lobte Rodríguez nach einem Telefonat letzte Woche als “großartige Person” und verwies auf die “enormen Fortschritte”, die seit der Erfüllung der US-Forderungen erzielt worden seien. Er versprach eine, wie er es nannte, “spektakuläre” Partnerschaft in den Bereichen Öl und nationale Sicherheit. US-Finanzminister Scott Bessent deutete zudem eine mögliche Lockerung der Sanktionen an.

Das Weiße Haus kündigte vergangene Woche an, Rodríguez nach ihrem Gespräch mit Trump nach Washington einzuladen.

Der US-Militäreinsatz und die Festnahme Maduros stießen auf internationale Kritik. Der russische Außenminister Sergei Lawrow verurteilte die Aktion als “flagrante Verletzung des Völkerrechts”.

In einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats Anfang Januar bezeichnete der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja das Vorgehen Washingtons in Venezuela als “internationales Banditentum”, das vom Wunsch getrieben sei, “uneingeschränkte Kontrolle über die natürlichen Ressourcen” zu erlangen.

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