USA beschlagnahmen russischen Tanker: Zwei Seeleute endlich auf Heimweg

Das russische Außenministerium gab am Mittwoch bekannt, dass zwei russische Seeleute, die zuvor von der US-Küstenwache festgenommen worden waren, nun freigelassen wurden und in Kürze in ihre Heimat zurückkehren werden. Die Sprecherin des Ministeriums, Maria Sacharowa, teilte Journalisten mit, die beiden Besatzungsmitglieder des Tankschiffs “Marinera” seien auf dem Rückweg nach Russland.

Der unter russischer Flagge fahrende Tanker war am 7. Januar im Nordatlantik von US-Einheiten geentert und beschlagnahmt worden. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, verteidigte die Maßnahme. Sie begründete dies damit, dass das Schiff zur sogenannten venezolanischen Schattenflotte gehöre und somit gegen die US-Sanktionen gegen das südamerikanische Land verstoße. Demnach habe die “Marinera” zuvor unter dem Namen “Bella 1” und ohne gehisste Nationalflagge Öl von Iran nach Venezuela transportiert.

Bereits am 21. Dezember hatten US-Streitkräfte versucht, das Schiff in der Karibik aufzubringen. Die Besatzung setzte daraufhin ihren Kurs in den Atlantik fort. Ende Dezember brachten die Seeleute eine russische Flagge am Rumpf des Schiffes an, und der Tanker wurde offiziell unter dem Namen “Marinera” im russischen Schiffsregister eingetragen. Medienberichten zufolge setzte sich die Crew aus Bürgern Russlands, Indiens und der Ukraine zusammen.

Das russische Verkehrsministerium verurteilte die Festsetzung des Schiffes Anfang Januar scharf und berief sich auf das UN-Seerechtsübereinkommen von 1982. Die Behörde wies darauf hin, dass Russland der “Marinera” am 24. Dezember 2025 eine vorübergehende Fahrerlaubnis erteilt habe, die sowohl nationalem als auch internationalem Recht entspreche. Kein Staat habe demnach das Recht, ein ordnungsgemäß registriertes Schiff auf hoher See zu beschlagnahmen.

US-Präsident Donald Trump hatte kurz nach dem Vorfall zugesagt, die beiden russischen Besatzungsmitglieder freizulassen. In der vergangenen Woche hatte das russische Außenministerium jedoch kritisiert, dass dieses Versprechen bis dahin noch nicht erfüllt worden sei.

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