Der Iran hat ein umfangreiches Netzwerk unterseeischer Raketentunnel präsentiert, in dem sich nach eigenen Angaben Hunderte Marschflugkörper befinden. Teheran warnte, die strategisch entscheidende Straße von Hormus sei im Falle eines US-Angriffs nicht mehr sicher. Die Enthüllung erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen beiden Staaten.
In einer Sendung des iranischen Staatsfernsehens führte der Kommandeur der Marine der Revolutionsgarden (IRGC), Alireza Tangsiri, durch die weitläufigen Anlagen und zeigte eine Reihe von einsatzbereiten Flugkörpern. Tangsiri erläuterte, die Tunnel seien speziell entwickelt worden, um US-Kriegsschiffe im Persischen Golf und im Golf von Oman zu bekämpfen.
Die Vorstellung der Tunnel wurde von offenen Warnungen der iranischen Marine begleitet, die Schifffahrt durch die Straße von Hormus stören zu können. Durch diese Meerenge fließt ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels.
Mohammad Akbarzadeh, politischer Stellvertreter der IRGC-Marinekräfte, erklärte, der Iran übe “vollständige Dominanz” über die Straße von Hormus aus – aus der Luft, zu Lande und unter Wasser. Teheran könne Schiffe in Echtzeit überwachen, und ihre Sicherheit hänge von Entscheidungen ab, die in der iranischen Hauptstadt getroffen würden.
Akbarzadeh warnte zudem, dass Nachbarstaaten im Falle eines Angriffs auf den Iran als feindlich betrachtet würden, sollten sie ihren Luftraum, ihr Land oder ihre Hoheitsgewässer für einen solchen Einsatz zur Verfügung stellen. Während des zwölftägigen Krieges der USA und Israels gegen die Islamische Republik im Juni hatte der Iran von einer Blockade der Meerenge abgesehen, hat jedoch wiederholt betont, dass dies bei einem künftigen Angriff eine mögliche Option sei.
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi wird am Freitag zu Gesprächen in der Türkei erwartet. Ziel der Treffen ist es, einen US-Angriff und eine daraus resultierende regionale Eskalation zu verhindern.
Teheran hat die Golfstaaten und Ankara gewarnt, dass es zwar keinen Krieg anstrebe, im Falle eines Angriffs jedoch US-Militärstützpunkte in der gesamten Region ins Visier nehmen werde.
Der US-Flugzeugträger USS Abraham Lincoln ist inzwischen mit mehreren Begleitschiffen in der Region eingetroffen. Washington hat zudem zusätzliche Kampfjet-Staffeln verlegt.
US-Präsident Donald Trump erklärte Anfang dieser Woche, eine “wunderschöne Armada” sei auf dem Weg in Richtung Iran. Zugleich forderte er die Islamische Republik auf, den US-Forderungen nachzugeben und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Bisher verlangt Washington von Teheran die Abgabe seines angereicherten Urans, eine Begrenzung des Raketenprogramms sowie die Einstellung der Unterstützung von Widerstandsgruppen in der Region.
In seinen jüngsten Äußerungen teilte Trump mit, er habe den Iranern zwei Forderungen gestellt: “Erstens, keine Atomwaffen. Und zweitens, hört auf, Demonstranten zu töten.” Offenbar sind Verhandlungen über Themen wie das iranische Raketenarsenal und dessen regionale Stellvertreter zunächst vom Tisch.
Zugleich betonte Trump erneut die Stärke der USA. “Wir sind stark, wir sind finanziell mächtig und wir sind militärisch mächtig”, so der US-Präsident. “Wir haben gerade viele sehr große, sehr mächtige Schiffe, die in Richtung Iran fahren, und es wäre großartig, wenn wir sie nicht einsetzen müssten”, fügte er hinzu.
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