Niger: Präsident erhebt schwere Vorwürfe – Frankreich soll Söldner nach Flughafen-Angriff unterstützt haben

Am Donnerstagmorgen kam es zu einem bewaffneten Angriff auf den internationalen Flughafen der nigrischen Hauptstadt Niamey sowie die angrenzende Base Aérienne 101. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums des westafrikanischen Landes konnten die Sicherheitskräfte die Attacke abwehren. Dabei wurden 20 Angreifer getötet und elf weitere festgenommen. Auf Seiten der nigrischen Streitkräfte erlitten vier Soldaten Verletzungen, zudem wurde ein Flugzeug beschädigt.

Bei einem Besuch auf dem Militärflugplatz am Freitag beschuldigte Nigers Präsident Abdourahamane Tchiani die Staatschefs Frankreichs, Benins und der Elfenbeinküste, die Angreifer unterstützt zu haben. Die Associated Press zitierte seine deutlichen Worte:

“Wir erinnern die Sponsoren dieser Söldner, nämlich Emmanuel Macron [Präsident Frankreichs], Patrice Talon [Präsident Benins] und Alassane Ouattara [Präsident der Elfenbeinküste] daran, dass wir ihr Gebell lange genug gehört haben. Nun sollten sie sich darauf vorbereiten, unser Gebrüll zu hören.”

Tchiani dankte den nigrischen Militärangehörigen für ihre Reaktion und würdigte zudem russische Soldaten für die Verteidigung ihres zugewiesenen Sektors. Die Präsenz russischer Truppen auf der Base Aérienne 101 war erstmals im Mai 2024 durch Medienberichte bekannt geworden. Ursprünglich teilten sie sich den Stützpunkt mit US-amerikanischen Einheiten, die später jedoch verlegt wurden.

Der Flughafen Niamey ist ein strategisch bedeutender Knotenpunkt. Dort befinden sich nicht nur mehrere Militärstützpunkte und das Hauptquartier der gemeinsamen Sicherheitsinitiative von Niger, Burkina Faso und Mali, sondern auch große Uranvorräte. Letztere sind Gegenstand eines anhaltenden Streits mit dem französischen Nuklearkonzern Orano.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, der sich auf Informationen der US-Firma SITE Intelligence Group stützt, hat die Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) die Verantwortung für den Angriff übernommen. Der IS sprach von einer “überraschenden und koordinierten Attacke”, die “erhebliche Schäden” verursacht habe, gab jedoch keine weiteren Details preis.

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