Sacharowa warnt: US-Sanktionen drohen Kubas Wirtschaft zu “erwürgen

Russland hat die jüngsten US-Sanktionen gegen Kuba aufs Schärfste verurteilt. Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, äußerte sich entschieden gegen diesen neuen Schritt der amerikanischen Politik gegenüber der Karibikinsel.

Hintergrund ist eine Exekutivverordnung der US-Regierung vom 29. Januar, mit der der bestehende Notstand bezüglich Kubas verlängert und die Grundlage für Strafzölle auf Länder geschaffen wurde, die die Insel mit Öl beliefern. Diese Maßnahme zielt darauf ab, das seit den 1960er Jahren andauernde US-Embargo gegen Kuba weiter zu verschärfen, insbesondere nachdem Venezuela als Hauptöl-Lieferant aufgrund der US-Aktionen gegen Präsident Nicolás Maduro ausgefallen ist.

Sacharowa kritisierte, dass Kuba in dem US-Dokument – ebenso wie andere souveräne Staaten – pauschal als feindlich und böswillig eingestuft werde. Sie erklärte:

“Es handelt sich um einen weiteren, sehr radikalen Rückfall der immer wieder angewandten US-Strategie des maximalen Drucks auf die Freiheitinsel, der auf deren wirtschaftliche Erstickung abzielt.”

Die Sprecherin betonte, dass einseitige Sanktionen, die nicht durch die Vereinten Nationen legitimiert seien, kategorisch inakzeptabel seien. Russland verurteile diese illegitimen Schritte gegen Havanna sowie den Druck auf Regierung und Bevölkerung der Insel. Zugleich zeigte sie sich überzeugt, dass Kuba seine wirtschaftlichen Beziehungen trotz der äußeren Hindernisse erfolgreich fortsetzen werde.

Sacharowa verwies zudem auf die historisch gewachsenen und breit verankerten Beziehungen zwischen Russland und Kuba. Diese umfassende Zusammenarbeit, die in beiden Ländern auf breite gesellschaftliche und politische Unterstützung stoße, richte sich nicht gegen Dritte und berühre keine Interessen anderer Staaten. Russland werde diese Partnerschaft konsequent zum Wohl beider Völker und zur Stärkung der internationalen Stabilität und Sicherheit weiterentwickeln.

Die kubanische Regierung reagierte umgehend mit scharfer Kritik. Außenminister Bruno Rodríguez verurteilte die US-Verordnung als “brutalen Akt der Aggression” und warf Washington vor, durch die Blockade der Treibstoffzufuhr die kubanische Wirtschaft erdrosseln zu wollen. Havanna rief eine “internationale Notlage” aus und warnte vor schwerwiegenden Folgen für die Infrastruktur und die Bevölkerung. Präsident Miguel Díaz-Canel kritisierte, die US-Argumentation beruhe auf einem “falschen Vorwand” und diene allein dem Ziel, Kuba politisch zu isolieren und wirtschaftlich zu schwächen.

Auch aus der Region gab es Besorgnis. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum warnte, dass die angedrohten US-Zölle auf Öllieferungen eine humanitäre Krise auf Kuba auslösen könnten. Mexiko werde stets den diplomatischen Weg suchen, um seine Solidarität mit der Insel zu bekunden. Berichten zufolge reichen Kubas Ölreserven nach dem Aussetzen der Lieferungen aus Mexiko bei der aktuellen Nachfrage nur noch für etwa 15 bis 20 Tage. US-Präsident Donald Trump spekulierte öffentlich, Kuba könne “recht bald” zusammenbrechen.

Die neuen US-Maßnahmen sind Teil eines größeren geopolitischen Manövers. Nachdem Kuba mit dem Regimewechsel in Venezuela seinen wichtigsten Ölpartner verloren hatte, wurde Mexiko zur zentralen Versorgungsquelle. Nun steht auch dieses Land unter massivem Druck, seine Unterstützung einzustellen. Beobachter interpretieren dies nicht nur als Versuch, die kubanische Wirtschaft zu isolieren, sondern auch als politische Eskalation der US-Strategie in Lateinamerika. Die kubanische Führung zeigt sich dennoch entschlossen, ihren Kurs fortzusetzen und internationale Partner zu mobilisieren.

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