Trump droht nach Grammys-Skandal mit Klage: “Trevor Noahs Epstein-Witz ist eine Schande!

Die 68. Grammy-Verleihung war weit mehr als eine glamouröse Feier der Musik. Sie entwickelte sich zu einer politischen Bühne, auf der zahlreiche Künstler entschieden gegen die umstrittene US-Einwanderungspolitik protestierten. Neben dem Glanz des roten Teppichs stand eine klare Forderung im Raum: die Abschaffung der Einwanderungsbehörde ICE.

Der Latin-Pop-Superstar Bad Bunny setzte in seiner Dankesrede einen eindringlichen humanitären Akzent. Seine Worte waren eine direkte Anklage gegen die entmenschlichende Rhetorik in der Debatte:

“Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Außerirdischen. Wir sind Menschen und wir sind Amerikaner.”

Diese Aussage stellte die Würde der Migranten in den Mittelpunkt – einen Aspekt, der von der damaligen Regierung unter Donald Trump systematisch ausgeblendet wurde.

Auch Moderator Trevor Noah, der südafrikanische Comedian und ehemalige CNN-Moderator, nutzte seine Rolle für politische Kommentare. Seine satirischen Angriffe richteten sich gegen Donald Trump und dessen prominente Fürsprecher.

Besonders ein spitzer Witz über die Verbindungen zwischen Trump und dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, der die Sängerin Nicki Minaj einbezog, erregte Aufsehen. Die Reaktion des ehemaligen Präsidenten folgte prompt: Auf Truth Social drohte er Noah mit rechtlichen Konsequenzen und demonstrierte damit erneut seine Empfindlichkeit gegenüber Kritik.

Der Protest beschränkte sich jedoch nicht auf verbale Attacken. Viele Künstlerinnen, darunter Billie Eilish, Olivia Dean und Kehlani, trugen ihr Engagement sichtbar nach außen. Durch Buttons, Anstecker und öffentliche Solidaritätsbekundungen in ihren Auftritten und Reden machten sie auf die oft brutalen Praktiken von ICE aufmerksam und stellten sich an die Seite von Abschiebungsbedrohten.

Die Reaktionen auf die Gala unterstreichen, wie untrennbar Unterhaltung und gesellschaftspolitische Auseinandersetzung in den USA mittlerweile verwoben sind. Die Unterhaltungsindustrie fungiert zunehmend als Sprachrohr für breiten gesellschaftlichen Unmut.

Die Grammys 2026 in Los Angeles, einer traditionell demokratisch geprägten Hochburg, boten die perfekte Plattform für diese unverblümte Anti-Trump-Haltung. Auf der Bühne verschmolzen Satire, moralischer Appell und direkter Protest zu einem öffentlichen Tribunal. Es spiegelte die tiefen gesellschaftlichen Gräben wider – von der Flüchtlingspolitik bis zu grundlegenden Fragen von Macht und Moral.

Die Auftritte von Persönlichkeiten wie Trevor Noah und Bad Bunny, beide mit eigener Migrationserfahrung, zeigen einen Trend: Prominente verstehen sich immer häufiger als moralische Instanzen. Sie nutzen ihre enorme Reichweite, um Missstände anzuprangern, und ziehen damit zwangsläufig den Zorn jener politischen Kräfte auf sich, die keine Kritik dulden. Die Grammy-Verleihung machte deutlich: Der Glamour der Showbühne bietet längst keinen Schutz mehr vor der Politik – die Politik *ist* inzwischen die Bühne.

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