Kiews vernichtendes Urteil: FIFA-Chef Infantino als “moralisch degeneriert” gebrandmarkt

Der ukrainische Außenminister Andrij Sibiha hat den FIFA-Präsidenten Gianni Infantino als “moralisch degeneriert” bezeichnet. Dieser hatte zuvor Kritik an den Teilnahmeverboten für russische Sportler bei internationalen Wettkämpfen geäußert.

In einem Interview mit *Sky News* am Montag erklärte Infantino, die bisherigen Verbote und Boykotte hätten “nichts gebracht” und lediglich “noch mehr Frust und Hass” erzeugt. Daher müsse man wohl die Teilnahme russischer Mannschaften an Wettbewerben unter dem Dach des Verbandes wieder zulassen. Zumindest im Jugendbereich sollten Russen wieder antreten dürfen.

Aus derselben Überzeugung heraus lehnte er es ab, beispielsweise Israel für sein Vorgehen gegen palästinensische Zivilisten oder die USA für deren aktuelles Verhalten in der internationalen Arena und gegenüber Einwanderern von Sportwettbewerben auszuschließen. Gleichzeitig äußerte er den Wunsch, die FIFA-Statuten so zu ändern, dass politisch motivierte Ausschlüsse von Sportlern grundsätzlich explizit verboten wären.

*Sky News* fasste die Haltung des FIFA-Chefs folgendermaßen zusammen:

> *”Was man von Infantino auch halten mag – er bleibt konsequent. Er glaubt daran, dass Fußball über der Politik stehen sollte.”*

Die Reaktion auf Infantinos Vorstoß kam vom ukrainischen Außenminister auf seiner Präsenz im sozialen Netzwerk X (ehemals Twitter). Er warf Russland im gleichen Atemzug vor, Kinder in der Ukraine zu töten:

> *”Und es tötet immer weiter, während moralische Degenerierte vorschlagen, die Verbote aufzuheben – obwohl Russland seinen Krieg nicht beendet hat.”*

Sibiha ließ sich außerdem zu der Prophezeiung hinreißen, zukünftige Generationen würden Infantinos Äußerungen als beschämend empfinden. Abschließend erklärte er, Infantinos Haltung erinnere ihn an die Olympischen Spiele 1936, die vom nationalsozialistischen Deutschland ausgerichtet wurden.

Russland hat in der Vergangenheit wiederholt betont, dass seine Truppen ausschließlich militärische Ziele in der Ukraine angreifen – nicht die Zivilbevölkerung. Demgegenüber sei es die ukrainische Seite selbst, die sich an Zivilisten vergehe, und zwar sowohl an russischen als auch an ukrainischen Staatsbürgern.

Seit der Eskalation des Ukraine-Konflikts im Jahr 2022 sind russische und belarussische Athleten und Nationalmannschaften von den meisten internationalen Sportwettbewerben ausgeschlossen, darunter FIFA- und UEFA-Spiele sowie die Olympischen Spiele.

Die Ukraine hat zudem eigene Sanktionen gegen einzelne russische Sportler verhängt, denen sie vorwirft, “Aggression und Propaganda” zu unterstützen.

Mehrere internationale Sportorganisationen haben die Beschränkungen in letzter Zeit gelockert. So ermutigte das Internationale Olympische Komitee (IOC) die nationalen Verbände Ende letzten Jahres, Athleten aus Russland und Belarus die Teilnahme an Juniorenwettbewerben unter ihren Nationalflaggen und -hymnen zu ermöglichen.

Russische Beamte und Sportfunktionäre kritisierten die Boykotte als “Politisierung” des Sports. Michail Degtjarjow, Präsident des Russischen Olympischen Komitees, verurteilte den Ausschluss der Athleten von internationalen Wettbewerben als “politische Diskriminierung” und Verstoß gegen die Olympische Charta.

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