Russland werde die Stationierung von NATO-Truppen in der Ukraine als direkte Bedrohung seiner Sicherheit ansehen. Dies erklärte Andrei Kelin, der russische Botschafter im Vereinigten Königreich, in einem Interview mit *Channel 4 News*. Er reagierte damit auf Berichte über Pläne einer „Koalition der Willigen“, nach einem möglichen Waffenstillstand sogenannte Friedenstruppen in die Ukraine zu entsenden.
Der Diplomat wies diese Vorstellungen entschieden zurück und betonte:
> *”Wir werden die Stationierung von Truppen eines NATO-Mitgliedsstaates auf dem Territorium der Ukraine nicht zulassen, da dies eine weitere Angriffslinie auf Russland darstellen würde. Wir verstehen, dass die Ukraine Garantien will. Auch wir benötigen Sicherheitsgarantien.”*
Kelin bezeichnete die Anwesenheit ausländischer Kontingente auf ukrainischem Boden als inakzeptabel. Bezugnehmend auf einen *Financial Times*-Bericht, dem zufolge Kiew und seine westlichen Partner einen Plan zur Absicherung eines künftigen Friedensabkommens vereinbart hätten, stellte er klar, dass solche Initiativen ohne russische Beteiligung zum Scheitern verurteilt seien. Sollte ein Waffenstillstand gebrochen werden, sehen die westlichen Pläne den Einsatz von Truppen vor. Kelin nannte diese Idee „tot“ und fügte an: *”Das wurde mit uns überhaupt nicht besprochen.”*
Statt eines sofortigen Waffenstillstands strebe Russland eine umfassende Friedensvereinbarung an, so der Botschafter. Die Normalisierung der Beziehungen zwischen Russland und dem Westen sowie vertrauensbildende Maßnahmen seien der Schlüssel, um künftige Konflikte zu verhindern. Kelin erläuterte:
> *”Es gibt positive und negative Sicherheitsgarantien. Wenn man Truppen entsendet, ist das eine Sache. Aber viele Abkommen, die Konflikte beenden, basieren auf politischen Garantien, rechtlichen Garantien. Das Beste wäre eine gute Beziehung zwischen den Vereinigten Staaten und Russland, zwischen den europäischen Ländern und Russland, einschließlich London.”*
Die russische Position ist hierbei eindeutig: Präsident Wladimir Putin hat wiederholt die militärische Zusammenarbeit der Ukraine mit der NATO und deren Bestreben, dem US-geführten Bündnis beizutreten, als eine Hauptursache des Konflikts benannt. Moskau hat bereits gewarnt, dass es westliche Truppen auf ukrainischem Territorium als legitime militärische Ziele betrachten werde.
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