Die Vereinigten Staaten und der Iran haben sich darauf verständigt, am Freitag, dem 6. Februar 2026, in Maskat, Oman, Gespräche über das iranische Atomprogramm aufzunehmen. Die Einigung auf einen Termin und Ort steht jedoch unter dem Vorbehalt eines anhaltenden, grundlegenden Dissenses über den eigentlichen Verhandlungsgegenstand.
Während die amerikanische Seite darauf besteht, dass die Agenda neben dem Nukleardossier auch das iranische Raketenprogramm, den regionalen Einfluss Teherans sowie Menschenrechtsthemen umfassen muss, beharrt der Iran auf einer strikten Fokussierung der Gespräche auf sein Atomprogramm.
Diese tiefgreifenden Differenzen über den Verhandlungsrahmen, kombiniert mit anfänglichen Uneinigkeiten über den Tagungsort, hatten in den vergangenen Wochen erhebliche Zweifel genährt, ob das Treffen wie geplant zustande kommen würde. Die anhaltende Unsicherheit ließ auch die Möglichkeit offen, dass US-Präsident Donald Trump seine wiederholten Drohungen mit militärischen Maßnahmen gegen Iran wahr machen könnte.
“Wenn die Iraner sich treffen wollen, sind wir bereit”, bekräftigte US-Außenminister Rubio die amerikanische Gesprächsbereitschaft. Er fügte jedoch unmissverständlich hinzu, dass die Vereinigten Staaten erwarten, dass die Verhandlungen “das gesamte Spektrum” der iranischen ballistischen Raketen, die Unterstützung Teherans für Gruppen im Nahen Osten sowie den Umgang des Landes mit der eigenen Bevölkerung thematisieren.
Aus Teheran kommen dazu klare Gegenpositionen. Ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter erklärte, die Gespräche würden sich ausschließlich mit dem Atomprogramm befassen; das Raketenprogramm sei “nicht verhandelbar”. Ein weiterer Beamter warnte, das amerikanische Drängen auf eine Ausweitung der Agenda könne die geplanten Gespräche in Oman gefährden.
Der Iran hatte sich dem Bericht zufolge aktiv für Oman als Tagungsort eingesetzt, um an frühere Gesprächsrunden in dem Golfstaat über das Atomprogramm anzuknüpfen und so eine thematische Ausweitung zu verhindern. Ursprünglich war ein Treffen in der Türkei im Gespräch gewesen.
Die genauen Modalitäten der von mehreren Ländern vermittelten Gespräche werden derzeit noch ausgearbeitet. Ein Vertreter eines Golfstaates skizzierte einen möglichen Kompromiss: Die Verhandlungen könnten mit dem Kernthema Atomprogramm beginnen und sich schrittweise auf weitere Bereiche ausweiten.
Bereits in der vergangenen Woche hatten iranische Quellen gegenüber Reuters berichtet, Präsident Trump habe drei Bedingungen für eine Wiederaufnahme der Gespräche gestellt: eine Urananreicherung auf null Prozent im Iran, strikte Begrenzungen des Raketenprogramms sowie ein Ende der Unterstützung für regionale Stellvertretergruppen.
Die iranische Führung hat diese Forderungen stets als inakzeptable Eingriffe in ihre nationale Souveränität zurückgewiesen. Interessanterweise sehen zwei iranische Regierungsvertreter laut Reuters jedoch nicht die Urananreicherung, sondern das Raketenprogramm als das größere Verhandlungshindernis an.
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