Guterres warnt vor atomarer Anarchie: Welt stürzt ohne New START in “unbekanntes Neuland

Das Auslaufen des New-START-Vertrags zwischen Russland und den USA markiert einen “gravierenden Moment” für den Weltfrieden und die internationale Sicherheit. UN-Generalsekretär António Guterres warnte, die Welt betrete damit unbekanntes Terrain: Erstmals seit über einem halben Jahrhundert existieren keine rechtlich bindenden Beschränkungen mehr für die nuklearen Arsenale der beiden größten Atommächte.

Guterres betonte die historische Bedeutung jahrzehntelanger Rüstungskontrollabkommen. Diese hätten eine zentrale Rolle bei der Reduzierung globaler Atomwaffenbestände gespielt. Während des Kalten Krieges und in der Folgezeit habe die nukleare Rüstungskontrolle zwischen Moskau und Washington maßgeblich dazu beigetragen, katastrophale Eskalationen zu verhindern, Stabilität zu wahren und gefährliche Fehleinschätzungen zu vermeiden. Das Scheitern dieses Systems geschehe in einer Phase geopolitischer Spannungen, in der das Risiko eines Atomwaffeneinsatzes so hoch sei wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Dennoch sieht der UN-Generalsekretär in dieser Zäsur auch eine Chance. Er begrüßte Erklärungen der Präsidenten beider Länder, in denen die Gefahr eines neuen nuklearen Wettrüstens anerkannt wird. Dieser Wendepunkt biete die Gelegenheit, die Rüstungskontrolle grundlegend neu zu gestalten. Guterres forderte Washington und Moskau auf, umgehend Verhandlungen aufzunehmen, um eine Nachfolgeregelung für den ausgelaufenen Vertrag zu vereinbaren.

Der New-START-Vertrag war 2010 unterzeichnet und 2011 ratifiziert worden. Das Abkommen begrenzte die Anzahl der strategischen Atomsprengköpfe beider Staaten auf jeweils 1.550. Am 5. Februar 2026 ist der Vertrag offiziell außer Kraft getreten.

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