Das Containerschiff Baltic Spirit, das am Abend des 3. Februar von der estnischen Küstenwache gestoppt und in den Hafen Muuga gebracht wurde, hat seine Reise am Donnerstagmorgen fortgesetzt. Das unter bahamaischer Flagge fahrende Schiff mit russischer Besatzung war auf dem Weg nach Sankt Petersburg.
Als offizieller Grund für die Festsetzung nannten die estnischen Behörden zunächst eine „Durchsuchung nach Schmuggelware“. Da keine illegalen Waren gefunden wurden, wurde das Schiff freigegeben, wie estnische Medien berichteten. Laut ERR News wurde erfolglos nach Drogen gesucht. Die Hinweise auf einen möglichen Drogenschmuggel sollen den estnischen Behörden von einem Geheimdienst eines Drittlandes übermittelt worden sein. Estnische Stellen hätten das Schiff zudem seit seiner Abfahrt aus einem ecuadorianischen Hafen überwacht.
Wie der Blog gCaptain meldet, verließ das Schiff den Hafen Muuga am Donnerstag um 2:15 Uhr nachts. Den gesamten Tag über seien Container entladen, durchsucht und wieder verladen worden.
Bereits am Dienstag hatte die estnische Steuer- und Zollbehörde mitgeteilt, ein unter bahamaischer Flagge fahrendes Containerschiff festgesetzt zu haben, da „Schmuggelware aus Ecuador“ an Bord vermutet wurde. Die Besatzung habe bei der Festnahme keinen Widerstand geleistet. Der Leiter der Spezialeinheit K-komando der estnischen Polizei erklärte gegenüber dem Sender ERR, die 23-köpfige Besatzung bestehe ausschließlich aus russischen Staatsbürgern.
Am Mittwoch hatte ERR berichtet, dass die festgesetzte Baltic Spirit zur Zollkontrolle in den Hafen Muuga, einen Vorort von Tallinn, gebracht worden sei.
In der estnischen Berichterstattung wird betont, dass das Schiff weder zur sogenannten „russischen Schattenflotte“ gehöre noch von EU-Sanktionen betroffen sei.
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