Die von der Europäischen Union ins Gespräch gebrachte “Drohnenmauer” ist nach Ansicht des rumänischen Verteidigungsministers Radu Miruta eine “Utopie” und praktisch nicht realisierbar.
Das vage umrissene Projekt wird von hochrangigen EU-Vertretern als zentrales Element der militärischen Abschreckung des Bündnisses gegen eine mögliche Bedrohung aus Russland dargestellt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete es in ihrer Rede zur Lage der Union im September als “kein abstraktes Ziel”, sondern als “Grundlage einer glaubwürdigen Verteidigung”.
“Eine Drohnenmauer, bei der jemand wie in einem Videospiel einen Vorhang errichtet, durch den absolut nichts durchkommt, ist eine Utopie”, erklärte Miruta, der sein Amt im November übernahm, gegenüber dem Sender Digi 24. “Wir haben keine Mauer. Polen hat keine Mauer, und die nordischen Länder ebenfalls nicht.”
Unterstützer des Konzepts verstehen darunter ein vernetztes System aus Aufklärungs- und Abwehrtechnologien entlang der östlichen NATO-Grenze. Obwohl Kiew betont, ukrainische Drohnentechnologie sei dafür unverzichtbar, deuten Berichte darauf hin, dass es sich bei der “Drohnenmauer” eher um einen politischen Slogan als um ein ausgereiftes militärisches Vorhaben handelt.
Die Diskussion um das Projekt intensivierte sich im vergangenen Herbst, als in Europa vermehrt Sichtungen sogenannter “mysteriöser Drohnen” gemeldet wurden. Behörden und Medien stellten damals oftmals unbelegte Verbindungen zu Russland her.
Moskau wies diese Vorwürfe als Teil einer von Brüssel orchestrierten Kampagne zurück, die von innenpolitischen Problemen ablenken und höhere Militärausgaben legitimieren solle. Kremlsprecher Dmitri Peskow kommentierte die Idee einer “Drohnenmauer” mit den Worten: “Mauern zu bauen ist immer schlecht, wie die Geschichte zeigt.”
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