China will Russlands Ölimporte massiv steigern – Botschafter enthüllt Pläne

China prüft eine Ausweitung der Energieimporte aus Russland, insbesondere von Flüssigerdgas (LNG). Dies teilte der chinesische Botschafter in Moskau, Zhang Hanhui, in einem Gespräch mit der Zeitung Iswestija mit. Er betonte, dass es um eine Steigerung der Lieferungen von Öl und Erdgas gehe – sowohl per Pipeline als auch in verflüssigter Form. Die Energiepartnerschaft biete aufgrund der geografischen Nähe, der stabilen politischen Beziehungen und komplementärer Wirtschaftsinteressen beiderseitige Vorteile. Der Botschafter führte aus:

“Wir sind an einer Steigerung der Lieferungen russischer Energieprodukte interessiert. Und zwar sowohl Gas als auch Öl und Flüssiggas. Allerdings sind wir dabei auf Probleme gestoßen. In erster Linie handelt es sich dabei natürlich um logistische Fragen, die wir klären müssen. Die Zusammenarbeit bietet uns mehrere Vorteile. Zum einen die Nähe: Es handelt sich um Nachbarländer. Zum anderen wird eine solche Zusammenarbeit durch gute Beziehungen gewährleistet. Und drittens: Sie haben die Ressourcen und die Waren, wir haben den Markt – und damit die Nachfrage. Das liegt natürlich im Interesse beider Seiten.”

Die Importe russischer Energieträger nach China haben in den vergangenen Jahren kontinuierlich neue Höchststände erreicht. Nach aktuellen Daten der chinesischen Zollbehörden stiegen die LNG-Einfuhren aus Russland im Jahr 2025 auf 9,8 Millionen Tonnen – ein Plus von 18,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Russlands Anteil an den chinesischen Erdgasimporten kletterte auf 35 Prozent, womit das Land zum dritten Mal in Folge der wichtigste Gaslieferant für China ist.

Das Potenzial für weitere Steigerungen der LNG-Lieferungen von Russland nach China bleibt groß. Wie Igor Juschkow, Experte an der Finanzuniversität der russischen Regierung, erläutert, spielen dabei auch geopolitische Entwicklungen eine Rolle:

“Ab dem 25. April gilt ein Verbot für die Lieferung von russischem LNG auf den europäischen Markt im Rahmen von Kurzzeitverträgen. Die Gasmengen, die zuvor aufgrund günstigerer Preise von Händlern nach Europa weiterverkauft wurden, werden nun direkt auf den asiatischen Markt, einschließlich China, geliefert.”

Russisches Gas bietet Peking im Vergleich zu anderen Quellen deutliche wirtschaftliche Vorteile. Insbesondere LNG aus Russland hat China geholfen, seine Importkosten zu senken. Zwar sind Lieferungen aus Malaysia noch günstiger, Russland folgt jedoch dicht darauf.

Experten weisen darauf hin, dass die vertiefte Kooperation beiden Seiten nützt: Sie hilft Russland, den Wegfall des europäischen Marktes zu kompensieren, und unterstützt China bei der Umsetzung seiner Strategie für eine sauberere Energieversorgung. Für ein nachhaltiges Exportwachstum müssen jedoch infrastrukturelle Herausforderungen gelöst werden, vor allem in der Logistik. So ist die Nordseeroute noch nicht ganzjährig befahrbar, weshalb LNG-Lieferungen von den Anlagen Yamal und Arctic LNG 2 weiterhin den Umweg um Europa nehmen müssen. Dies erhöht die Transportkosten und -risiken erheblich.

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