Starmer verliert Stabschef: Morgan McSweeney tritt nach Epstein-Vorwürfen zurück

Nach dem Rücktritt des britischen Botschafters in den USA, Peter Mandelson, folgt nun ein weiterer hochrangiger Rücktritt: Morgan McSweeney, der Stabschef von Premierminister Keir Starmer, erklärte am Sonntag seinen Austritt aus der Regierung. McSweeney übernimmt die Verantwortung für seine Rolle bei der umstrittenen Ernennung Mandelsons, zu der er den Premierminister beraten hatte.

In einer Erklärung begründete der ehemalige Stabschef seinen Schritt damit, dass diese Ernennung das Vertrauen in die Labour-Partei, das Land und die Politik insgesamt untergraben habe. Peter Mandelson, eine langjährige Schlüsselfigur des neoliberalen Flügels der Labour-Partei, war zuvor durch E-Mails in Verbindung mit Jeffrey Epstein in die Kritik geraten. In diesen bezeichnete er Epstein als seinen “besten Kumpel” und bot ihm nach dessen Verurteilung als Sexualstraftäter juristischen Rat an.

Der Guardian kommentierte am Sonntag, McSweeneys Rücktritt stelle einen schweren Schlag für den Premierminister dar. Starmer habe sich in hohem Maße auf das Urteilsvermögen seines Stabschefs verlassen. Der britische Premier habe in den vergangenen Monaten bereits mehrere enge Berater verloren.

Gegenüber dem Guardian sagte McSweeney: “Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschlossen, aus der Regierung auszutreten. Die Entscheidung, Peter Mandelson zu ernennen, war falsch. Er hat unserer Partei, unserem Land und dem Vertrauen in die Politik selbst geschadet.” Weiter führte er aus:

“Als ich gefragt wurde, habe ich dem Premierminister zu dieser Ernennung geraten, und ich übernehme die volle Verantwortung für diesen Ratschlag. Im öffentlichen Leben muss man Verantwortung übernehmen, wenn es darauf ankommt, und nicht nur, wenn es am bequemsten ist. Unter den gegebenen Umständen ist es das einzig Ehrenhafte, zurückzutreten.”

Sein wichtigster Gedanke gelte den Frauen und Mädchen, deren Leben durch Jeffrey Epstein zerstört worden seien. Deren Stimmen seien viel zu lange ungehört geblieben. Zukünftig müssten “Sorgfalts- und Überprüfungsprozesse grundlegend überarbeitet” werden. Seine Erklärung schloss er mit der Zusicherung, Keir Starmer weiterhin zu unterstützen:

“Ich unterstütze den Premierminister weiterhin voll und ganz. Er arbeitet jeden Tag daran, Vertrauen wiederaufzubauen, Standards wiederherzustellen und dem Land zu dienen. Ich werde diese Mission weiterhin auf jede mir mögliche Weise unterstützen.”

Premierminister Keir Starmer würdigte seinen scheidenden Stabschef und erklärte: “Er hat unsere Partei nach einer ihrer schlimmsten Niederlagen wieder auf Kurs gebracht und eine zentrale Rolle bei der Durchführung unseres Wahlkampfs gespielt. Es ist vor allem seinem Engagement, seiner Loyalität und seiner Führungsstärke zu verdanken, dass wir eine überwältigende Mehrheit errungen haben und nun die Chance haben, das Land zu verändern.”

Der Guardian berichtete jedoch, dass McSweeney trotz des überwältigenden Wahlsiegs für Labour auch Kritiker in den eigenen Reihen hatte. Diese beklagten demnach, er habe einen “unnötig fraktionellen, kleinlichen und cliquenhaften Betrieb in der Downing Street” geführt.

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