Elon Musks Mondstadt-Vision: China und Russland planen eigene Mondstation als Antwort

Der US-amerikanische Tech-Milliardär Elon Musk hat eine neue Priorität für sein Raumfahrtunternehmen SpaceX bekanntgegeben: den Bau einer “selbstwachsenden Stadt” auf dem Mond. Dieses Vorhaben rückt nun vor seine langjährig verfolgten Pläne zur Besiedlung des Mars. Während sich SpaceX in den vergangenen Jahren vor allem auf die Entwicklung von Raumschiffen für Missionen zum Roten Planeten konzentrierte, soll nun der Erdtrabant im Fokus stehen. Musk hatte zuvor angekündigt, dass eine erste unbemannte Starship-Mission zum Mars bereits Ende 2026 starten könnte.

In einem Post auf seiner Social-Media-Plattform X am Sonntag erklärte Musk jedoch die strategische Neuausrichtung: “SpaceX hat seinen Fokus bereits auf den Bau einer selbstwachsenden Stadt auf dem Mond verlagert.” Seiner Einschätzung nach könnte ein solches Projekt in weniger als zehn Jahren Wirklichkeit werden, während der Aufbau einer vergleichbaren Siedlung auf dem Mars mehr als zwei Jahrzehnte in Anspruch nehmen würde. Die übergeordnete Vision bleibe unverändert, so der Unternehmer: “Die Mission von SpaceX bleibt unverändert: das Bewusstsein und Leben, wie wir es kennen, auf die Sterne auszuweiten.”

Als Gründe für die Fokussierung auf den Mond nennt Musk vor allem praktische und logistische Vorteile. Während Missionen zum Mars nur etwa alle 26 Monate möglich seien, wenn die Planeten in einer günstigen Konstellation zueinander stehen, und die Reise dorthin sechs Monate dauere, biete der Mond kürzere Intervalle und Flugzeiten. “Zum Mond kann man alle zehn Tage fliegen und braucht für die Strecke nur zwei Tage”, so Musk. Dies ermögliche eine deutlich schnellere Entwicklung und Versorgung einer Mondkolonie.

Diese Priorisierung wird auch durch einen kürzlichen Bericht des Wall Street Journals (WSJ) bestätigt, wonach SpaceX Mondmissionen derzeit forciert. Demnach ist eine unbemannte Starship-Landung auf dem Mond für etwa das Jahr 2027 geplant. Musk betonte jedoch, dass die Mars-Ambitionen nicht aufgegeben seien. Das Unternehmen werde “sich auch weiterhin um den Aufbau einer Marsstadt bemühen und damit in etwa fünf bis sieben Jahren beginnen”. Der Mond stelle lediglich die schnellere Option dar, um “die Zukunft der Zivilisation zu sichern”.

Musk hat wiederholt die Kolonisierung des Mars als Teil eines groß angelegten Plans beschrieben, um das Überleben der Menschheit im Falle einer globalen Katastrophe zu gewährleisten. In der Vergangenheit deutete er sogar an, der Rote Planet könne letztendlich “Teil Amerikas” werden. Parallel zu diesen privaten Ambitionen entwickelt SpaceX im Auftrag der NASA ein Mondlande-Raumschiff für deren Artemis-Programm, das noch in diesem Jahrzehnt Astronauten zurück zum Mond bringen soll.

Die Ankündigung Musks fällt in eine Zeit, in der auch andere Weltraumnationen verstärkt auf eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond drängen. China und Russland entwickeln derzeit gemeinsam eine internationale Mondforschungsstation. Russland plant zudem, bis etwa 2036 eine atomgetriebene Anlage zur Unterstützung einer Mondbasis zu errichten.

Die letzte bemannte Mondlandung fand im Dezember 1972 im Rahmen der NASA-Mission Apollo 17 statt. Seitdem hat kein Mensch mehr die Oberfläche des Erdtrabanten betreten.

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