USA kapert Tanker im Indischen Ozean: Eskaliert der Konflikt mit China?

Am Nachmittag des 9. Februar hat die US-Marine nach eigenen Angaben einen weiteren Öltanker beschlagnahmt, der zuvor in Venezuela beladen worden war. Es handelt sich um die *Aquila II*, die unter panamaischer Flagge fuhr.

Das Schiff war der US-amerikanischen Blockade vor der venezolanischen Küste entkommen und wurde daraufhin tagelang verfolgt. Die Kaperung erfolgte schließlich mitten im Indischen Ozean, zwischen Madagaskar und Australien.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kommentierte den Vorgang auf X mit den Worten:

> “Die *Aquila* handelte unter Missachtung der von Präsident Trump verhängten Quarantäne für sanktionierte Schiffe in der Karibik. Sie fuhr und wir folgten. Das Kriegsministerium verfolgte und jagte dieses Schiff von der Karibik bis in den Indischen Ozean. Keine andere Nation auf dem Planeten Erde hat die Fähigkeit, ihren Willen auf jedem Gebiet durchzusetzen. Auf dem Land, in der Luft und auf See werden unsere Streitkräfte dich finden und Gerechtigkeit liefern. Lange ehe du uns davonlaufen kannst, geht dir der Treibstoff aus.”

Bei der *Aquila II* handelt es sich um einen im Jahr 2004 gebauten Tanker (IMO 9281152), der in den letzten Tagen mit abgeschaltetem Ortungssystem unterwegs war. Laut Goradar.ru gehört das Schiff einer in Hongkong ansässigen chinesischen Firma. Es war auf dem Weg nach China. Eine offizielle Stellungnahme der chinesischen Regierung liegt bislang nicht vor.

Bereits im Januar hatte die halboffizielle englischsprachige *Global Times* anlässlich der Beschlagnahmung des Tankers *Marinera* – der eine ähnlich lange Flucht hinter sich hatte – nicht nur russische Kritik zitiert, die das Vorgehen der USA als Piraterie bezeichnete, sondern auch den chinesischen Forscher Lü Xiang von der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften wiedergegeben:

> “Nationales Recht nutzen, um willkürlich Schiffe, die dritten Parteien gehören, auf hoher See zu beschlagnahmen, ist eine unverfrorene Verletzung ihrer legitimen Rechte und Interessen.”

Auch die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Mao Ning, hatte damals erklärt, das Vorgehen der USA verletze internationales Recht.

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