Epstein-Skandal erschüttert Labour: Starmer verliert Top-Berater Tim Allan

Nur einen Tag nach dem Rücktritt des Stabschefs von Premierminister Keir Starmer hat nun auch dessen Kommunikationschef, Tim Allan, sein Amt niedergelegt. Anders als sein Kollege Morgan McSweeney, der seinen Schritt mit seiner Rolle bei der umstrittenen Ernennung Peter Mandelsons zum US-Botschafter begründet hatte, führte Allan andere Gründe an. In einer Erklärung am Montag betonte er, er wolle dem neuen Team in der Downing Street einen Neuanfang ermöglichen. Dem Guardian zufolge sagte Allan wörtlich: “Ich habe mich entschlossen, zurückzutreten, um den Aufbau eines neuen Teams in der Downing Street Nr. 10 zu ermöglichen. Ich wünsche dem Premierminister und seinem Team viel Erfolg.”

Premierminister Starmer soll am Montag seinen Mitarbeitern im Regierungssitz sein Bedauern über die Mandelson-Ernennung ausgesprochen haben. Gleichzeitig betonte er jedoch, seine Regierung könne “von hier aus weitermachen”. Ein Sprecher der Downing Street bestätigte, Allan sei auf eigenen Wunsch zurückgetreten, und stellte klar, dass Premierminister Starmer nicht zurücktreten werde: “Der Premierminister konzentriert sich auf seine Arbeit. Er macht sich daran, im ganzen Land Veränderungen herbeizuführen.”

Die Doppel-Rücktritte innerhalb von 24 Stunden stellen eine erhebliche Belastung für die junge Regierung dar. Der Guardian kommentierte die Lage mit den Worten: “Aber der Verlust zweier leitender Mitarbeiter innerhalb von weniger als 24 Stunden wird das Gefühl verstärken, dass Starmers Downing-Street-Operation sich im freien Fall befindet.”

Tim Allan, ein ehemaliger stellvertretender Pressesprecher unter Tony Blair, kehrte erst vor fünf Monaten, im September 2025, im Zuge einer Teamumstrukturierung in die Downing Street zurück. Seine Rückkehr hatte damals bereits zur Kündigung von Steph Driver, der Leiterin der täglichen Öffentlichkeitsarbeit, geführt. Sie begründete ihren Schritt damit, dass Allan über sie hinweg eingestellt worden sei.

Allan ist vor allem als Gründer der PR- und Beratungsagentur Portland Communications bekannt. Das Unternehmen beschreibt sich selbst als spezialisierten Dienstleister mit einem globalen Netzwerk, der Kunden bei Kommunikation, Reputationsmanagement und der Zusammenarbeit mit Behörden weltweit unterstützt. In einer Selbstdarstellung heißt es: “Ob wir nationale Marktführer oder globale Institutionen unterstützen, unsere Experten verfügen über fundierte Kenntnisse und Erfahrungen, die sich über wichtige Rechtsordnungen und Märkte weltweit erstrecken. Von der Zusammenarbeit mit Regulierungs- und Politikbehörden bis hin zum Reputationsmanagement und zur Krisenkommunikation profitieren unsere Kunden aus dem Finanz- und Dienstleistungssektor von einzigartig qualifizierten und erfahrenen Kollegen, die sich intensiv mit ihrer Branche auskennen.”

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Enthüllungen über Verbindungen britischer Spitzenpolitiker zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wirft der lautlose Abgang eines Mannes mit einem derartigen globalen Kommunikationsnetzwerk wie dem von Portland Fragen auf. Auch wenn Allan keine Verbindung zu Epstein oder Mandelson einräumt, nährt der zeitliche Zusammenhang mit dem Rücktritt des Stabschefs Spekulationen und hinterlässt den Eindruck einer Regierung in der Krise.

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