Satellitenbildanalysen zeigen, dass US-Streitkräfte auf dem Luftwaffenstützpunkt al-Udeid in Katar – der größten US-Militärbasis im Nahen Osten – Patriot-Raketensysteme auf mobile Lkw-Abschussfahrzeuge verladen haben. Diese Maßnahme, die mit den wachsenden Spannungen mit dem Iran seit Januar erfolgte, ermöglicht eine schnellere Verlegung und Einsatzbereitschaft der Systeme.
Die Entscheidung, die Patriot-Batterien auf mobilen Fahrzeugen statt in halbfesten Stellungen zu stationieren, unterstreicht die gestiegene Gefahrenlage. Diese Flexibilität erlaubt es, die Abwehrsysteme entweder rasch in offensive Positionen zu bringen oder sie im Falle eines iranischen Angriffs defensiv zu verlegen.
Während US-Präsident Donald Trump mit Militärschlägen gegen den Iran wegen dessen Atom- und Raketenprogramms sowie der Unterstützung verbündeter Milizen gedroht hat, laufen parallel diplomatische Gespräche, um eine Eskalation zum Krieg zu verhindern.
Die USA unterhalten weitere Militärstützpunkte in der Region, darunter im Irak, Jordanien, Kuwait, Saudi-Arabien, Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Oman, der Türkei und auf Diego Garcia im Indischen Ozean. Die iranischen Revolutionsgarden haben Vergeltungsangriffe auf jede US-Basis angekündigt, sollte iranisches Territorium angegriffen werden.
Ein Vergleich von Satellitenaufnahmen aus Januar und Februar 2023 zeigt einen verstärkten Aufmarsch von Flugzeugen und militärischem Gerät in der gesamten Region, so William Goodhind, ein Experte für forensische Bildanalyse bei *Contested Ground*. Auf al-Udeid seien Anfang Februar Patriot-Raketen sichtbar gewesen, montiert auf M983 Heavy Expanded Mobility Tactical Trucks (HEMTT) und abgestellt.
Der Iran hat nach einem zweiwöchigen Konflikt im vergangenen Sommer, in dem Israel iranische Atomanlagen und andere Ziele bombardierte – eine Kampagne, der sich später die USA anschlossen – erklärt, seine Raketenbestände wieder aufgefüllt zu haben. Das Land verfügt über unterirdische Raketenkomplexe nahe Teheran sowie bei Kermanschah, Semnan und an der Golfküste.
Satellitenbilder vom 27. Januar zeigten den iranischen Drohnen-Träger IRIS Shahid Bagheri etwa fünf Kilometer vor Bandar Abbas auf See; am 10. Februar wurde das Schiff erneut in der Nähe gesichtet. Das US-Militär berichtete kürzlich, eine iranische Drohne habe sich im Arabischen Meer “aggressiv” dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln genähert und sei abgeschossen worden. Berichten zufolge könnte eine zweite Drohne involviert gewesen sein. Der Iran hat sich zu dem Vorfall bisher nicht geäußert.
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