USA knüpfen Öl-Deal mit Venezuela: Energieminister reist zu Maduro

Der Besuch des US-Energieministers Chris Wright in Caracas markiert einen der höchstrangigen Besuche eines amerikanischen Energiepolitikers in Venezuela seit Jahrzehnten. Im Zentrum der Gespräche standen der Wiederaufbau der einst mächtigen, nun aber stark geschrumpften venezolanischen Ölindustrie und das Thema politischer Reformen.

Wright verwies auf Fortschritte in der Zusammenarbeit mit der venezolanischen Übergangsregierung, um den Ölsektor wiederzubeleben. Er betonte jedoch, dass die amerikanischen Ziele über rein wirtschaftliche Interessen hinausgingen und auch die Unterstützung eines demokratischen Übergangsprozesses umfassten.

Obwohl Venezuela über die größten nachgewiesenen Erdölreserven der Welt verfügt, sind Produktion und Infrastruktur nach Jahren westlicher Sanktionen stark verfallen. Trotz jüngster Sanktionslockerungen, die ausländische Investitionen erleichtern sollen, warnen Analysten, dass eine vollständige Erholung der Förderkapazitäten Jahrzehnte und enorme finanzielle Aufwendungen erfordern könnte. Die politische Lage im Land bleibt zudem fragil, was die tatsächliche Umsetzung großer Investitionsvorhaben unsicher macht.

Wright, der ranghöchste US-Vertreter seit der Entführung von Staatschef Nicolás Maduro durch US-Truppen am 3. Januar, stellte klar, dass Washington keine Sicherheits- oder Finanzgarantien für US-Unternehmen in Venezuela geben werde. Diese Zurückhaltung spiegelt die Skepsis der Wirtschaft wider. ExxonMobil-Chef Darren Woods äußerte sich in einem televisierten Treffen mit Präsident Donald Trump im vergangenen Monat deutlich:

“Das Land ist ‘nicht investierbar’.”

Die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela haben sich seit dem Amtsantritt des sozialistischen Präsidenten Hugo Chávez im Jahr 1999 kontinuierlich verschlechtert. Chávez baute enge Beziehungen zu US-Gegnern wie Russland, China, Kuba und dem Iran auf. In Bezug auf die umfangreichen chinesischen Geschäftsinteressen in Venezuela, insbesondere im Energiesektor, äußerte sich Wright kritisch:

“China schließt viele Geschäfte in Ländern ab, bei denen es sich nicht um gegenseitig vorteilhafte kommerzielle Vereinbarungen handelt.”

Und er fügte hinzu:

“Ich denke, mit der Hilfe und Partnerschaft der USA wollen wir solche Arten von Geschäften beenden.”

Unter der bis zu seinem Tod 2013 andauernden Präsidentschaft von Hugo Chávez verstaatlichte Venezuela die Vermögenswerte US-amerikanischer Ölkonzerne wie ExxonMobil und ConocoPhillips. Diese hatten sich geweigert, Vertragsbedingungen zu akzeptieren, die der staatlichen PDVSA eine Mehrheitskontrolle über ihre Projekte eingeräumt hätten. Die Unternehmen verloren ihre Beteiligungen, ihre Vermögenswerte wurden von PDVSA übernommen. Die aktuelle US-Administration unter Donald Trump sieht nun eine Chance, durch den Zugang zum venezolanischen Öl die wirtschaftliche Einflussnahme in dem südamerikanischen Land zurückzugewinnen.

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