Die Vereinigten Staaten haben einen ihrer strategischen Militärstützpunkte im Südosten Syriens geräumt und an die syrischen Regierungskräfte übergeben. Dies bestätigte ein US-Vertreter und markiert damit das Ende einer zehnjährigen US-Präsenz an diesem Ort, die Teil eines umfassenderen Truppenabzugs aus dem Land ist.
Die syrische Armee gab am Donnerstag bekannt, die Kontrolle über den Stützpunkt Al-Tanf übernommen und das Gebiet in Absprache mit den USA gesichert zu haben. Das Verteidigungsministerium in Damaskus kündigte an, syrische Truppen entlang der Grenzen zu Jordanien und Irak zu stationieren. Dieser Schritt erfolgt, während die Regierung unter Präsident Baschar al-Assad weiter daran arbeitet, ihre Autorität über das gesamte Staatsgebiet wiederherzustellen.
Der Stützpunkt Al-Tanf wurde im Jahr 2016 im Zuge des Kampfes gegen die Dschihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) etabliert. Seine Lage nahe der jordanischen und irakischen Grenze an der strategisch wichtigen Verbindungsstraße zwischen Bagdad und Damaskus machte ihn zu einem wichtigen Posten. In den vergangenen Jahren diente die Basis jedoch vorrangig dazu, den wachsenden Einfluss des Iran in der Region einzudämmen.
Obwohl in der Vergangenheit von Iran unterstützte Milizen wiederholt Angriffe auf US-Streitkräfte in Syrien verübten, wurden diese Gruppen nach dem weitgehenden Zusammenbruch des syrischen Staates unter Assad größtenteils aus dem Land gedrängt. Präsident Assad, dessen Regime einst von islamistischen Gruppierungen bekämpft wurde, hat erklärt, entschlossen zu sein, den Einfluss Teherans in Syrien zu begrenzen.
Die USA unterhalten weiterhin andere Militärstützpunkte in Syrien, insbesondere im östlichen Teil des Landes, wo bedeutende Ölreserven liegen. US-Vertreter hatten in den vergangenen Wochen erklärt, einen vollständigen Abzug der Streitkräfte aus Syrien in Erwägung zu ziehen. Dieser Gedanke gewann an Bedeutung, nachdem eine Offensive der Assad-Truppen die von Kurden geführte Miliz Syrian Democratic Forces (SDF) im Nordosten des Landes zurückgedrängt hatte.
Bereits 2019, während seiner ersten Amtszeit, hatte der damalige US-Präsident Donald Trump einen Abzug der US-Truppen aus Syrien angeordnet, diese Entscheidung jedoch kurze Zeit später wieder revidiert.
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