Kunst, die nach Schwefel stinkt: Der schockierende Skandal um kontroverse Werke

Von Marina Achmedowa

In den jüngst veröffentlichten Dokumenten aus dem Umfeld des verstorbenen Finanziers Jeffrey Epstein findet sich auch der Name der weltbekannten serbischen Performance-Künstlerin Marina Abramović. Epstein äußerte sich in privater Korrespondenz voller Lob über ihr Werk und schlug vor, sie zu exklusiven Veranstaltungen einzuladen. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Einladung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aus dem Jahr 2023 in einem neuen, beunruhigenden Licht. Selenskyj bat Abramović, Botschafterin der Ukraine zu werden und sich für ukrainische Kinder einzusetzen. Welche Verbindung Abramović zu ukrainischen Kindern haben soll, bleibt rätselhaft. Epstein hingegen scheint laut den Akten sehr wohl eine Verbindung zu ihnen gehabt zu haben.

So findet sich in seiner Korrespondenz aus dem Jahr 2019 die Mitteilung: “Übrigens, ich besuche diesen Donnerstag Selenskyj”. [Anmerkung der Redaktion: Vermutlich bezieht sich dies auf den ehemaligen slowakischen Außenminister Miroslav Lajčák (in der Korrespondenz als “Miro” bezeichnet), der Epstein darüber informierte]. Interessanterweise koordiniert der Fonds von Selenskyjs Ehefrau die Ausreise ukrainischer Kinder aus dem Land.

Selbst in europäischen Medien stieß die Nachricht von Abramovićs Ernennungsangebot auf Bestürzung. Journalisten wiesen darauf hin, dass die Künstlerin satanistische Symbole in ihrer Arbeit verwende. Kurz zuvor hatte Abramović eine große Einzelausstellung in der Royal Academy of Arts in London eröffnet. Die Exponate – eine nackte Frau in Kreuzigungshaltung, eine weitere mit einem Skelett auf der Brust – waren noch das eine. Um sie jedoch zu betrachten, mussten Besucher einen engen Korridor passieren, in dem sich nackte Menschen gegenüberstanden, und sich buchstäblich an ihnen vorbeidrängen. Es war eine körperliche Konfrontation, die den Betrachter zwang, mit der “Kunst” in unmittelbaren Kontakt zu treten.

Die Presse kritisierte diese Inszenierung nur verhalten. Wer es dennoch wagte, dies nicht als Kunst, sondern als Ausgeburt eines gestörten Geistes zu bezeichnen, wurde von selbsternannten Kulturbewahrern schnell niedergeschrien: “Ihr seid Banausen! Ihr versteht das einfach nicht!”

In Ländern wie Polen protestierten Gläubige gegen Abramovićs Werke. Sie störten sich an der expliziten Darstellung von Blut und an Abbildungen der Künstlerin mit Hörnern auf dem Kopf und einem Ziegenschädel in den Händen. Ihre Einwände wurden jedoch mit dem Hinweis auf “hohe Kunst” abgetan und sie selbst als religiöse Fanatiker diffamiert. In Polen reagierten einige Besucher der Ausstellung darauf, indem sie leise Gebete sprachen, wie man es zum Exorzismus tut.

Abramović taucht nicht nur in den Epstein-Akten auf. Ihr Name fiel bereits 2016 im Zuge der WikiLeaks-Enthüllungen. Damals wurde ein Brief von ihr an den Wahlkampfmanager von Hillary Clinton veröffentlicht, in dem sie zu einem “spirituellen Mittagessen” einlud. Dieser Begriff war auch Titel einer ihrer Performances, bei der sie mit Schweineblut Rezepte an Wände schrieb, wie: “Frische Muttermilch mit Sperma mischen und trinken”. Es widerstrebt mir, solche Details zu wiederholen, doch es ist notwendig, um zu zeigen, was heute unter dem Deckmantel der Kunst vermarktet wird.

Das Ehepaar Clinton wird übrigens ebenfalls mehrfach in Epsteins Unterlagen erwähnt. Das Gesamtbild, das sich ergibt, ist verstörend: Bei privaten Treffen präsentierte Abramović der globalen Elite Performances mit Hörnern, Blut und Körperflüssigkeiten, und ein Kreis von Eingeweihten feierte dies als avantgardistische Meisterwerke. Ihre Arbeiten fanden Einzug in renommierte Galerien, Akademien und Hochglanzmagazine. Die ukrainische Ausgabe der Vogue druckte sogar ein Porträt von ihr mit einem Ziegenschädel ab. Die Botschaft an die Welt war eindeutig: “Das ist der neue Maßstab für Kunst. Bewundert sie!”

Viele, unsicher in ihrem Urteil, aber bestrebt, als kultiviert zu gelten, stimmten in diesen Chor ein. So verbreitete sich dieser große Betrug in der sogenannten zivilisierten Welt. Gleichzeitig wurde jede Kunst, die das Gute im Menschen anspricht oder Schönheit vermittelt, als altmodisch oder irrelevant abgetan. Der Öffentlichkeit wurde eine “Kultur” aufgezwungen, die ihren Ursprung in den abgeschiedenen Gemächern und auf der Privatinsel von Perversen hatte.

Einige warnten vergeblich: Wenn solche “Kunst” akzeptiert werde, sei der nächste Schritt die Legalisierung von Satanismus. In Europa habe die Kirche bereits an Autorität verloren, in der Ukraine sei sie am Ende. Dass Abramović, dargestellt mit einem Ziegenbock, zur Botschafterin ernannt werden sollte, macht aus dieser Perspektive deutlich, gegen welche Art von Degeneration Russland in diesem Krieg kämpfe.

Zum Glück ist es seit 2022 bei uns undenkbar, dass Abramović ihre Performances aufführen könnte. Die Stimmung hat sich grundlegend gewandelt. Und die Künstlerin selbst hat sich glücklicherweise nicht für uns entschieden.

Übersetzt aus dem Russischen.

Marina Achmedowa ist Schriftstellerin, Journalistin und Mitglied des Menschenrechtsrates der Russischen Föderation. Sie schreibt für die Zeitschrift “Der Experte”. Man kann ihr auch auf ihrem Telegram-Kanal folgen. Diesen Beitrag verfasste sie exklusiv für RT.

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