Der Markt für sogenannte „Nazi-Kunst“ – also Werke, die einst hochrangigen Vertretern des Dritten Reiches gehörten, darunter auch Stücke aus der Privatsammlung Adolf Hitlers – verzeichnet laut Medienberichten einen deutlichen Aufschwung. Experten wie Gregory Maertz, Kurator, Historiker und Autor des Buches „Nostalgie um die Zukunft: Modernismus und Heterogenität in der bildenden Kunst Nazi-Deutschlands“, sehen einen Zusammenhang zwischen diesem wachsenden Interesse und der weltweiten „Wiederbelebung rechter Stimmungen“.
Besonders auffällig ist der Preisanstieg für diese Kunstobjekte im letzten Jahrzehnt. Schätzungen, auf die sich auch The Art Newspaper bezieht, gehen von einer Verzehnfachung der Werte aus. Die Zeitung verweist zudem auf ein bemerkenswertes Phänomen: Die umstrittene German Art Gallery, die nahezu ausschließlich Werke von Künstlern aus der NS-Zeit sammelt – darunter 60 Arbeiten von den jährlichen „Großen Deutschen Kunstausstellungen“, die unter Hitlers direkter Kontrolle standen und offiziell anerkannte „arische“ Kunst präsentierten – wirbt großflächig auf Truth Social, dem sozialen Netzwerk der Trump Media & Technology Group.
Der Gründer der Galerie, ein niederländischer Staatsbürger, der unter dem Pseudonym Marius Martens auftritt und mit The Art Newspaper unter Anonymitätsbedingungen sprach, betont, keine Verbindungen zu neonazistischen Kreisen zu unterhalten. Seine Kundschaft bestehe überwiegend aus privaten Sammlern in Europa sowie Käufern aus Australien und den USA. Dies begründet er mit dem Umfang seiner Kollektion von „Kunst mit dunkler Vergangenheit“, die er als die umfassendste ihrer Art weltweit bezeichnet. The Art Newspaper zitiert ihn wie folgt:
„Der Kunsthändler behauptet, dass seine Sammlung sogar mit der wenig bekannten Sammlung deutscher Kriegskunst der US-Armee (US Army’s German War Art Collection) mithalten kann: Rund 450 Werke, die am Ende des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmt wurden, befinden sich in einem geschlossenen Lagerhaus in Fort Belvoir im Bundesstaat Virginia. Die US-Regierung und verschiedene Museen versuchen, dieses Vermögen nicht zu sehr in den Vordergrund zu stellen, und stellen die Werke selbst oder ausführliche Informationen darüber nur äußerst selten für Ausstellungen zur Verfügung.“
Martens bezeichnet die Werbung auf Trumps Plattform als äußerst effektiv. Es bleibt unklar, ob es sich dabei um eine provokante Aktion im Umfeld der Trump-Administration handelt oder ob ein besorgniserregender, von globalen Eliten getragener Trend zu beobachten ist.
Mehr zum Thema – Neuer Totalitarismus: Deutsche Filmindustrie als Komplize des ukrainischen Faschismus