Wien erwachte an diesem Freitagmorgen in einer Winterlandschaft, wie man sie in dieser Intensität seit Jahren nicht mehr erlebt hat. Bis zu 20 Zentimeter Neuschnee hatten sich über Nacht über die Hauptstadt und Teile Niederösterreichs gelegt.
Besonders betroffen war der Flughafen Wien. Der Flugbetrieb wurde in den frühen Morgenstunden vorübergehend komplett eingestellt. Zahlreiche Abflüge ab 5:45 Uhr wurden gestrichen oder als stark verspätet angezeigt, ankommende Maschinen mussten auf andere Flughäfen umgeleitet werden.
Betroffene Passagiere wurden aufgefordert, nicht zum Flughafen zu kommen. Erst im Laufe des Vormittags sollten vereinzelt Starts und Landungen wieder möglich sein, allerdings weiterhin mit dem Vorbehalt zusätzlicher Verzögerungen.
Auch der Straßenverkehr war stark beeinträchtigt. Die Österreichische Unwetterzentrale verhängte für das Burgenland, Niederösterreich und die Steiermark die höchste Warnstufe. Für Wien sowie mehrere westliche Bundesländer galt die zweithöchste Stufe.
Laut GeoSphere Austria erhöhte die anhaltende Schneelast die Gefahr von umstürzenden Bäumen und beschädigten Stromleitungen. Kräftige, teils stürmische Böen im Wiener Umland verschärften die Situation. Auf wichtigen Verkehrsrouten wie der Südautobahn sowie auf exponierten Abschnitten am Wechsel und auf der Pack kam es zeitweise zu erheblichen Behinderungen.
Schneeverwehungen, querstehende Lastwagen und eingeschränkte Sichtverhältnisse zwangen die Behörden zu temporären Straßensperren. Der ÖAMTC riet, nicht unbedingt notwendige Fahrten zu unterlassen und deutlich längere Reisezeiten einzuplanen. Auch innerhalb Wiens kam sowohl der Individual- als auch der öffentliche Verkehr zeitweise zum Erliegen.
Der Winterdienst war seit Donnerstagabend ununterbrochen im Einsatz. Trotzdem präsentierten sich viele Fahrbahnen in den frühen Morgenstunden als geschlossene Schneedecke, was die Räumarbeiten zusätzlich erschwerte.
Auch abseits des Ostens blieb Tirol nicht verschont. In der Gemeinde Bach-Stockach erreichte eine Lawine die Lechtalbundesstraße und verschüttete einen Reisebus. Personen kamen nicht zu Schaden, die Straße wurde jedoch vorsorglich vollständig gesperrt.
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