Künstliche Intelligenz (KI) muss demokratisiert und insbesondere für den Globalen Süden zu einem “Werkzeug der Inklusion” werden. Dies forderte der indische Premierminister Narendra Modi bei seiner Eröffnungsrede des globalen KI-Impacts-Gipfels am Donnerstag in Neu-Delhi. Er betonte die Notwendigkeit, neue Technologien zum Wohle aller zu teilen und ihre Vorteile gerecht zu verteilen.
“Wir müssen KI demokratisieren – sie muss ein Werkzeug der Inklusion und Ermächtigung werden, insbesondere für den Globalen Süden”, sagte Modi. “Wir treten in eine Ära ein, in der Menschen und intelligente Systeme gemeinsam schaffen, gemeinsam arbeiten und sich gemeinsam entwickeln. KI wird unsere Arbeit schlauer, effizienter und wirkungsvoller machen.”
Der Premierminister wies jedoch auch auf die mit der Technologie verbundenen Risiken hin und mahnte zu Wachsamkeit, insbesondere beim Schutz der Jüngsten. “Freunde, von Anfang an müssen wir wachsamer sein, was die Sicherheit der Kinder angeht”, fügte er hinzu. So, wie ein Lehrplan für die Schule betreut wird, sollten Räume der KI ebenfalls sicher für Kinder und auf Familien orientiert sein.
Laut Modi ist das zentrale Ziel des Gipfels, Strategien zu entwickeln, um KI “menschenzentriert” statt “maschinenzentriert” zu gestalten und sie “sensibel und verantwortlich” einzusetzen. Seine Aussagen erhalten besonderes Gewicht, da der Gipfel erstmals in einem Land des Globalen Südens stattfindet. Die Zukunft der Arbeit im KI-Ökosystem, so Modi, “ist nicht vorausbestimmt und wird von unseren Entscheidungen und Handlungsweisen entschieden”.
Diese Debatte ist in Indien hochaktuell. Die sechs größten indischen IT-Dienstleister büßten in diesem Jahr laut dem Wirtschaftsportal Mint 43,9 Milliarden US-Dollar an Marktwert ein, vor allem aufgrund von Befürchtungen, KI könne Technikprojekte und Arbeitsplätze ersetzen. Gleichzeitig entwickelt sich das Land zu einem der führenden Rechenzentrumsmärkte Asiens. Der durch den KI-Boom befeuerte globale Bedarf an Cloud-Dienstleistungen treibt massive Investitionen in diese Infrastruktur.
Unternehmen wie Google, Microsoft und Amazon haben bis 2030 gemeinsam Investitionen in Höhe von 68 Milliarden US-Dollar für KI und Cloud-Infrastruktur in Indien angekündigt. Der Gipfel wird von der indischen Regierung als Plattform genutzt, um das Land als globales Zentrum für künstliche Intelligenz zu positionieren und seine strategische Rolle in der Tech-Zukunft zu unterstreichen.
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