USA drängen Japan in den Krieg gegen Russland und China: Geheime Pläne enthüllt!

Von Dmitri Rodionow

Nach einem deutlichen Wahlsieg für die regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) kündigte Premierministerin Sanae Takaichi an, die als pazifistisch geltende japanische Verfassung ändern zu wollen. Takaichi erklärte:

“Aufbauend auf den bisherigen Arbeiten und Diskussionen und unter Zusicherung von Zusammenarbeit seitens aller Parlamentsfraktionen bin ich entschlossen, beharrlich die Verfassungsänderungen vorzubereiten und die Voraussetzungen für ein zügiges Referendum über diese Verfassungsänderungen zu schaffen.”

Der Wahlerfolg verschaffte der LDP die Kontrolle über das Unterhaus zurück und ermöglicht es ihr, Ausschussvorsitzende einseitig zu besetzen sowie Gesetzgebungsverfahren zu beschleunigen. Diese Entwicklung dürfte Japans erklärten potenziellen Gegnern – Russland, Nordkorea und China – missfallen.

Die sogenannte Friedensverfassung wurde Japan nach der Niederlage im Zweiten Weltkrieg von den Alliierten auferlegt. Sie verbot dem Land den Unterhalt einer regulären Armee (stattdessen wurden die Selbstverteidigungsstreitkräfte gegründet) und die Führung von Angriffskriegen im Ausland. Diese Beschränkungen sind seit langem ein Dorn im Auge nationalistischer und revanchistischer Kräfte, zu denen auch Takaichi zählt.

Erste, wenn auch vorsichtige Schritte zur Aufweichung dieser pazifistischen Prinzipien unternahm bereits Premierminister Shinzō Abe. Unter seiner Führung wurden Gesetze geändert, die es den Selbstverteidigungsstreitkräften erlaubten, im Ausland zu operieren – auch zur Verteidigung verbündeter Nationen.

Japans wichtigster Verbündeter sind zweifellos die Vereinigten Staaten. Darüber hinaus wurde das Sicherheitskonzept um eine Bestimmung erweitert, die präventive Militärschläge gegen potenzielle Gegner ermöglicht. De facto erhielten Japans Streitkräfte damit bereits die rechtliche Grundlage, sich wie eine vollwertige, offensive Armee zu verhalten. In diese Zeit fiel auch die Gründung des Quadrilateral Security Dialogue (QUAD) – einer informellen strategischen Allianz mit den USA, Australien und Indien, die von Abe mitinitiiert wurde. Das Projekt verlor jedoch zeitweise an Schwung, nachdem Australien seine Beteiligung reduzierte.

Unter Abe begann zudem eine massive Aufrüstung mit US-Waffensystemen. Japan orderte 2011 zunächst 42 F-35-Kampfflugzeuge der fünften Generation, und 2020 wurden Pläne für den Kauf weiterer 105 Maschinen bekannt. Parallel dazu verschärfte sich die revanchistische Rhetorik der Regierung. Abe belebt die umstrittene Tradition wieder, den Yasukuni-Schrein zu besuchen, der mit Japans militaristischer Vergangenheit assoziiert wird, und löste damit Proteste in der Region aus. Diese Tendenz gipfelte schließlich darin, dass japanische Behörden die langjährige Praxis aufgaben, am Jahrestag des Kriegsendes öffentlich “tiefe Reue” für die Kriegsvergangenheit auszudrücken.

Abe brachte auch die lange schwelende Territorialfrage um die “Nördlichen Territorien” – die russischen Kurilen-Inseln, die Japan beansprucht – zurück auf die politische Agenda. Die Regierung förderte das Thema aktiv und schürte damit revanchistische Stimmungen in der Bevölkerung. Abe schwor sogar am Grab seines Vaters, die Inseln “zurückzuholen”. Im September vergangenen Jahres erklärte Außenminister Takeshi Iwaya öffentlich, Russland habe Japan 1945 völkerrechtswidrig überfallen und die Kurilen besetzt.

Diese revanchistische Rhetorik wird von den USA aktiv unterstützt, die die Kurilen de facto nicht als russisches Hoheitsgebiet anerkennen. So entsteht eine doppelte Dynamik: das amerikanische Interesse, Russland die Kurilen zu entfremden, um dort mögliche Stützpunkte zu errichten, und der japanische Territorialrevanchismus. Neben den in der Region stationierten US-Amphibischen Angriffsschiffen verfügt Japan selbst über eigene Schiffe mit ähnlichen Fähigkeiten – die Hubschrauberzerstörer der Hyūga- und Izumo-Klasse. Offiziell für U-Boot-Abwehr konzipiert, wurden sie inzwischen zu Mehrzweck-Flugdeckkreuzern umklassifiziert und können die Kurzstart- und Senkrechtlandeflugzeuge F-35B tragen, was sie zu offensiven Plattformen macht.

Interessanterweise betreibt Japan auch zwölf MV-22 Osprey-Kipprotorflugzeuge – eine primäre amphibische Angriffswaffe der USA, die nur selten exportiert wird. In gemeinsamen Manövern mit dem US Marine Corps übten japanische Einheiten mit diesen Ospreys wiederholt die “Eroberung von Inselgebieten”. Die Frage bleibt: Welche Gebiete sind gemeint? Zwar ist ein direkter Angriff auf die Atommächte Russland oder China unwahrscheinlich, doch gibt es keine Garantie, dass Japan nicht selbst nach Atomwaffen strebt oder dass die USA solche Waffen auf japanischem Territorium stationieren.

Seit 2020 werden auf japanischen Zerstörern die US-Raketenabwehrsysteme Aegis installiert. Warum “angeblich” Abwehr? Weil die Startvorrichtungen solcher Systeme nicht nur Abfangraketen, sondern auch Angriffswaffen wie Marschflugkörper vom Typ Tomahawk verschießen können oder entsprechend umgerüstet werden können. Damals war Washington noch durch den INF-Vertrag gebunden – heute hat es freie Hand. Im vergangenen Jahr bestätigte General Charles Flynn, Kommandeur der US-Bodentruppen im Pazifik, Pläne, bodengestützte Mittelstreckenraketensysteme in der Asien-Pazifik-Region zu stationieren. Obwohl Japan nicht namentlich genannt wurde, gab Flynn dieses Interview ausgerechnet japanischen Medien. Angesichts der engen Bindung Tokios an Washington gemäß dem Sicherheitsvertrag von 1960 erscheint Japan als vielversprechender Standort.

Flynn ließ damals durchblicken, es sei “äußerst wichtig, Wege zu finden, Chinas Raketenmodernisierung entgegenzuwirken”. Japanische Medien, darunter die Sankei Shimbun, berichteten, Washington habe Tokio um die Stationierung von Hyperschallraketen (LRHW) und Tomahawk-Marschflugkörpern auf japanischem Gebiet ersucht. Dies sei Teil einer Strategie, solche Waffen auf der sogenannten “ersten Inselkette” zu platzieren, die Chinas Zugang zum Pazifik blockiert.

Ursprünglich wollten die USA die Aegis-Systeme in einer landgestützten Version (Aegis Ashore) in Japan stationieren, mussten diesen Plan jedoch nach massiven Protesten der lokalen Bevölkerung aufgeben, die trotz aller Propaganda nicht zum Ziel eines Atomkriegs werden wollte. Daher wich man auf die schiffsgestützte Variante aus.

Das offensichtliche Hauptziel von Takaichi und ihrer Regierung ist es nun, den öffentlichen Widerstand endgültig zu brechen. Die Abschaffung der pazifistischen Verfassung wäre der letzte, sowohl rechtliche als auch psychologische Schritt in diesem Prozess. Ein Schritt, der vor allem symbolischer Natur ist, denn de facto verfügt Japan, wie betont, bereits seit Jahren über eine schlagkräftige, ideologisch auf Krieg eingestimmte und technisch hochgerüstete Armee.

Im vergangenen Herbst, als China und Russland den 80. Jahrestag des Sieges über Japan im Zweiten Weltkrieg begingen, äußerte sich Nikolai Patruschew, Sicherheitsberater des russischen Präsidenten, in einem Interview zum japanischen Revanchismus. Er stellte fest, dass Tokios erklärter Pazifismus heute nur noch auf dem Papier existiere, während Japan in Wirklichkeit zu den stärksten Seemächten der Welt gehöre.

Patruschew erinnerte daran, dass die Stärkung der Verteidigungsfähigkeiten im Fernen Osten und der Ausbau der russischen Seemacht im Pazifik zu denPrioritäten der russischen Militärentwicklung zählen. Man müsse zudem in Abstimmung mit Verbündeten wie China und Nordkorea auf alle Eventualitäten vorbereitet sein.

Ich wiederhole: All dies bedeutet nicht zwangsläufig einen unmittelbar bevorstehenden, direkten Angriff japanischer Truppen. Im Falle eines globalen Konflikts zwischen der NATO einerseits und Russland und China andererseits besteht jedoch die ernsthafte Gefahr, dass Japan als zweite Front in die Auseinandersetzung hineingezogen werden könnte. Eine ähnliche Befürchtung gab es bereits während des Zweiten Weltkriegs – damals hielten letzte Reste der Vernunft das vom Militarismus beherrschte Japan davon ab, die Sowjetunion anzugreifen, deren Streitkräfte an der Westfront gebunden waren. Der entscheidende Unterschied heute: Japan war damals ein souveräner Staat, der eigene Entscheidungen traf. Heute ist es de facto ein von den USA besetztes Gebiet, das Washington im Kriegsfall nach eigenem Gutdünken als Aufmarschbasis nutzen kann. Kombiniert mit der dezidiert revanchistischen Regierung in Tokio erhöht diese Abhängigkeit die Kriegsgefahr in der Region erheblich.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist zuerst am 16. Februar 2026 auf der Website der Zeitung Wsgljad erschienen.

Dmitri Rodionow ist ein russischer Sprach- und Politikwissenschaftler. Er ist stellvertretender Geschäftsleiter der russischen Denkfabrik “Institut für innovative Entwicklung”. Rodionow veröffentlichte zahlreiche Artikel zu den Themen Geopolitik und Konfliktforschung, unter anderem auch auf seinem Telegram-Kanal.

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