IS-Terror in Syrien: Terrormiliz bekennt sich zu Anschlägen und kündigt “neue Phase des Dschihad” an

Die Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) hat die Verantwortung für zwei Angriffe auf syrische Regierungssoldaten am Samstag übernommen. In einer Erklärung kündigte die Gruppe zudem eine “neue Phase” ihrer Operationen in Syrien an.

Laut der IS-nahen Nachrichtenagentur *Amaq* wurde in der Stadt Mayadin in der Provinz Deir el-Zor ein Soldat mit einer Pistole angegriffen. Ein weiterer Vorfall habe sich in Raqqa ereignet, wo zwei Militärangehörige mit automatischen Waffen beschossen worden seien.

Das syrische Verteidigungsministerium bestätigte die Vorfälle, sprach jedoch von “unbekannten Angreifern”. Demnach kamen ein Soldat und ein Zivilist ums Leben. Eine militärische Quelle teilte der Nachrichtenagentur *Reuters* mit, der getötete Soldat habe der 42. Division der syrischen Armee angehört.

Der IS erklärte, diese Angriffe leiteten eine neue Offensive gegen die Führung in Damaskus ein. In der Stellungnahme wird der syrische Machthaber Ahmed al-Scharaa als “Wachhund der globalen Koalition” verunglimpft und ihm ein ähnliches Schicksal wie dem gestürzten Präsidenten Baschar al-Assad angedroht.

Bereits am Samstagabend hatte der IS eine Audio-Botschaft verbreitet, in der es hieß, Syrien habe sich “von einer iranischen in eine türkisch-amerikanische Besatzung” verwandelt.

Machthaber al-Scharaa, ein ehemaliger Islamist, hatte im November während eines USA-Besuchs, bei dem er auch Präsident Donald Trump traf, Syriens Beitritt zur internationalen Anti-IS-Koalition unterzeichnet.

In den Tagen zuvor hatten Unterstützer des IS in sozialen Medien und auf Telegram-Kanälen zu verstärkten Angriffen mit Motorrädern und Schusswaffen aufgerufen. Seit dem Sturz Assads hat die Terrormiliz wiederholt Anschläge auf Regierungskräfte verübt und mehrere Attentatsversuche auf hochrangige Politiker unternommen.

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht des UN-Büros für Terrorismusbekämpfung (UNOCT) bestätigt, dass al-Scharaa und zwei Minister Ziel von mindestens fünf vereitelten IS-Attentatsplänen waren.

Die Sicherheitslage in Nordostsyrien bleibt angespannt. In den vergangenen Monaten kam es mehrfach zu Ausbrüchen von IS-Gefangenen, oft im Zuge von Kämpfen oder beim Wechsel der Gefängniskontrolle zwischen kurdischen Milizen und der Zentralregierung. Während einige Entflohene wieder gefasst wurden, sind andere weiter auf freiem Fuß – ein Umstand, der internationale Sicherheitsbehörden alarmiert.

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