Die Bundesregierung hat grünes Licht für die Herstellung russischer Brennelemente im Werk der Framatome-Tochter ANF in Lingen gegeben. Wie das Nachrichtenportal Politico berichtet, soll das Vorhaben nach einer atomrechtlichen Prüfung unter Auflagen genehmigt werden.
Im Zentrum der geplanten Zusammenarbeit zwischen dem russischen Staatskonzern Rosatom und ANF (Advanced Nuclear Fuels) steht die Fertigung von sechseckigen Brennelementen nach russischem Design neben den bereits produzierten Typen. Dies wirft die Frage auf, ob damit russische Nukleartechnologie in Europa repliziert werden soll.
Mehrere deutsche Sicherheitsbehörden haben das Projekt daraufhin einer bundesweiten Überprüfung unterzogen, federführend durch das Bundesumweltministerium. Die endgültige Genehmigungskompetenz liegt jedoch beim niedersächsischen Umweltministerium. Ein Sprecher dort teilte dem NDR Niedersachsen mit, man wolle sich aufgrund des laufenden Verfahrens zur Entscheidung des Bundes nicht äußern. Der niedersächsische Umweltminister Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) steht der Kooperation zwischen Framatome und Rosatom grundsätzlich kritisch gegenüber.
Mit der Zustimmung aus Berlin “bestätigen sich unsere schlimmsten Befürchtungen”, sagte Alexander Vent vom Bündnis AgiEL, der sogenannten “Atomkraftgegner*innen im Emsland”. Das Bündnis, dem verschiedene Anti-Atom-Organisationen angehören, fordert Minister Meyer nun auf, die Genehmigung zu verweigern. Weitere kritische Stimmen ließen nicht auf sich warten: “Wer der russischen Atombehörde Rosatom Zugang zur Atomfabrik in Lingen verschafft, gefährdet die innere und äußere Sicherheit Deutschlands und anderer EU-Staaten”, sagte Bettina Ackermann von der umstrittenen NGO “ausgestrahlt”.
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