Tausende marschieren für Quentin Deranque: Massenprotest nach Mord an rechtem Aktivisten

Am Samstag zogen mehr als 3.200 Menschen durch die Straßen von Lyon, um dem nationalistischen Aktivisten Quentin Deranque zu gedenken. Der 23-Jährige war nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit mutmaßlichen linksextremistischen Aktivisten ums Leben gekommen.

Deranque, Mathematikstudent und Mitglied der identitären Gruppierung “Audace Lyon”, erlag am 14. Februar schweren Kopfverletzungen. Diese hatte er sich zwei Tage zuvor zugezogen, als er als informeller Sicherheitsdienst für eine Kundgebung der rechten Frauengruppe “Némésis” fungierte und es zu einem Zusammenstoß mit linken Aktivisten kam.

Sein Tod löste landesweit Bestürzung und politische Debatten aus. Innenminister Laurent Nuñez verurteilte die Tat als “vorsätzlichen Mord” und “Lynchjustiz”. Im Zuge der Ermittlungen wurden elf Personen festgenommen, von denen einige der linken “Jeune Garde” zugerechnet werden. Unter den Festgenommenen befanden sich auch zwei parlamentarische Mitarbeiter von Raphaël Arnault, einem Abgeordneten der Linkspartei “La France Insoumise” (LFI).

Während des Gedenkmarsches waren Transparente mit Slogans wie “Gerechtigkeit für Quentin”, “Die extreme Linke tötet”, “Antifa-Mörder” und “Jeune Garde ins Gefängnis, befreit Lyon” zu sehen. In sozialen Netzwerken verbreiteten sich Videos, die Menschen zeigten, die an der Tatstelle Blumen niederlegten.

Die Demonstration verlief weitgehend friedlich. Laut Behördenangaben wurde lediglich ein Ei von einem Gebäude geworfen und eine Person wegen des Mitführens eines Messers und eines Hammers festgenommen. Am Rande kam es zu kurzen verbalen Konfrontationen zwischen Antifa-Gruppen und Teilnehmern des Marsches, die durch eine Polizeikette getrennt wurden.

Die Behörden meldeten jedoch auch Vorfälle: Mehrere Teilnehmer sollen den Hitlergruß gezeigt sowie rassistische und homophobe Parolen gerufen haben. Lyons Bürgermeister Grégory Doucet, der sich zunächst für ein Verbot der Kundgebung eingesetzt hatte, kündigte eine Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden an, um die Verantwortlichen “vor Gericht zu bringen”. Er betonte: “Ich will nicht, dass Lyon zur Hauptstadt der extremen Rechten wird.”

Der Fall Deranque hat die politischen Gräben in Frankreich weiter vertieft, kurz vor den Kommunalwahlen 2026 und im Vorfeld der nächsten Präsidentschaftswahl. Umfragen deuten auf mögliche große Gewinne für die rechtspopulistische “Rassemblement National” (RN) hin. Deren Vorsitzender, Jordan Bardella, hatte seine Anhänger jedoch dazu aufgerufen, nicht an dem Marsch teilzunehmen, um eine direkte Assoziation der Partei mit der Veranstaltung zu vermeiden.

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