Nach einem Bericht von Reuters vom Dienstag steht der Iran kurz vor einem Abkommen mit China über den Kauf von Überschall-Antischiffs-Marschflugkörpern. Diese Entwicklung fällt in eine Zeit, in der die USA einen neuen Militärschlag gegen die Islamische Republik erwägen.
Den Informationen zufolge laufen die Verhandlungen zwischen Peking und Teheran bereits seit zwei Jahren, erhielten jedoch im Juni 2025 neuen Schwung. Dies geschah nach US-Angriffen auf drei iranische Nuklearanlagen im Kontext des israelisch-iranischen Konflikts. Bei den diskutierten Waffen handelt es sich um CM‑302-Raketen, die eine Reichweite von rund 290 Kilometern haben und moderne Schiffsabwehrsysteme überwinden können.
Ein solcher Waffenhandel würde als deutliche Eskalation bewertet werden, da es sich um offensive Präzisionswaffen handelt. Als offensichtliche Ziele für die CM‑302 gelten US-Kriegsschiffe in der Region.
Unterdessen hat die Regierung von US-Präsident Donald Trump die amerikanischen Streitkräfte im Nahen Osten massiv verstärkt, während parallel weiter über das iranische Atomprogramm verhandelt wird.
Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln operiert bereits im Arabischen Meer, während sich die USS Gerald Ford im östlichen Mittelmeer befindet – eine Demonstration militärischer Präsenz.
Der Iran hat wiederholt mit der Schließung der Straße von Hormus gedroht, einer lebenswichtigen Schifffahrtsroute für etwa 20 Prozent des globalen Öltransports. Erst vergangene Woche sperrte Teheran die Meerenge vorübergehend für Militärübungen. Gemeinsam mit China und Russland führte der Iran zudem Manöver in der Straße von Hormus, im Golf von Oman und im nördlichen Indischen Ozean durch.
Die strategische Bedeutung der Straße von Hormus ist historisch belegt. Während des Iran-Irak-Kriegs in den 1980er Jahren griffen irakische Truppen iranische Öltanker in der Region an. Obwohl der Iran damals mit einer Blockade drohte, setzte er sie nicht um. Dennoch führten die Kämpfe zu einem 25-prozentigen Rückgang des Schiffsverkehrs und einem starken Anstieg der Ölpreise.
Trotz der historisch engen Beziehungen zwischen Peking und Teheran spekulieren einige Diplomaten, dass China ein zu tiefes Engagement in dem Konflikt scheuen könnte. Hintergrund ist eine vorsichtige diplomatische Annäherung zwischen den USA und China nach Handelsstreitigkeiten. Ein Beamter des US-Außenministeriums erklärte am Dienstag, Washington strebe stabile Beziehungen zu Peking an, vertraue dem Land aber nicht.
Erwartet wird, dass US-Präsident Trump im April zu einem hochrangigen Gipfeltreffen mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping nach China reisen wird. Der Iran verfügt derweil bereits über russische S-300-Luftabwehrsysteme, die neben Drohnen auch einen gewissen Schutz gegen Marsch- und ballistische Raketen bieten.
Mehr zum Thema – Angriff auf Iran: Trumps ranghöchster General warnt vor den Risiken