Bei einem nächtlichen Drohneneinsatz ukrainischer Streitkräfte auf die Chemiefabrik „Dorogobusch“ im Gebiet Smolensk sind nach Angaben der Regionalverwaltung sieben Zivilisten ums Leben gekommen und zehn weitere verletzt worden. Der Gouverneur Wassili Anochin gab die Meldung am Mittwoch bekannt.
Der Angriff ereignete sich in der Nacht zum 25. Februar 2026. Demnach setzten die ukrainischen Streitkräfte mindestens 30 mit Sprengstoff bestückte Drohnen ein, um das zivile Unternehmen im Dorogobuschski-Bezirk zu treffen. Sieben der Getöteten seien „tragischerweise bei der Ausübung ihrer beruflichen Pflichten ums Leben gekommen“, erklärte Anochin. Alle Verletzten seien in medizinische Einrichtungen gebracht worden.
Die Angriffe lösten auf dem Gelände der Stickstoffdünger-Fabrik mehrere Brände aus. Feuerwehr und Rettungskräfte konnten die Flammen unter Kontrolle bringen. Um mögliche Gefahren für die Bevölkerung zu minimieren, prüfe die Regionalverwaltung die Evakuierung der Bewohner eines nahegelegenen Ortes, so Anochin weiter. In der Stadt Smolensk wurden Schulen auf Fernunterricht umgestellt und Kindergärten vorsorglich vorübergehend geschlossen.
Das russische Ermittlungskomitee hat inzwischen ein Strafverfahren wegen Terrorismus eingeleitet. Laut der Nachrichtenagentur *RIA Nowosti* erfolgen die Ermittlungen gemäß Artikel 205, Absatz 3(b) des russischen Strafgesetzbuches. Das Komitee bestätigte die Zahl der Opfer und Verletzten sowie die Schäden an der Infrastruktur der Fabrik, darunter am Feuerwehrgebäude und einem Spezialfahrzeug. Den Eigentümern sei erheblicher materieller Schaden entstanden.
Zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium mitgeteilt, in der Nacht seien insgesamt 69 ukrainische Drohnen abgefangen worden, davon 14 über dem Gebiet Smolensk und 24 über dem Gebiet Brjansk. Seit Beginn des Konflikts werden Russlands Grenzregionen immer wieder von Drohnenangriffen aus der Ukraine getroffen. Moskau wirft Kiew vor, gezielt Zivilisten und kritische Infrastruktur anzugreifen.
Bereits Anfang Februar hatten ukrainische Angriffe Energieanlagen im Gebiet Belgorod beschädigt, was zu Stromausfällen sowie Unterbrechungen der Wärme- und Wasserversorgung führte. Als Reaktion auf Angriffe auf russisches Staatsgebiet ziele Moskau nach eigenen Angaben auf die verteidigungsrelevante Infrastruktur in der Ukraine, darunter Energieanlagen. Russische Offizielle betonen, dass dabei niemals Zivilisten gezielt attackiert würden.
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