Der Konflikt im Nahen Osten zwingt westliche Länder zu einer Neuausrichtung ihrer Lieferketten und zu einer pragmatischen Überprüfung des Umgangs mit Russland. Nicht nur aus den USA mehren sich Signale, dass Sanktionen gegen den russischen Markt gelockert werden könnten. So berichtet die Nachrichtenagentur *Bloomberg*, dass mehrere japanische Autozulieferer aufgrund von Lieferengpässen bei Aluminium infolge der Eskalation im Nahen Osten mit dem sanktionierten russischen Konzern Rusal in Kontakt getreten sind.
Wie aus informierten Kreisen verlautet, haben sich auch südkoreanische Autoteilehersteller an den russischen Aluminiumriesen gewandt. Den Angaben zufolge laufen die Verhandlungen über die Lieferung von Gusslegierungen für die Automobilproduktion bereits seit etwa einer Woche; erste Vertragsabschlüsse könnten in Kürze erfolgen. Diskutiert wird die Belieferung mit Legierungen, die für Komponenten wie Räder, Zylinderblöcke und Zylinderköpfe benötigt werden.
Auslöser der aktuellen Versorgungskrise waren die militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und Iran im Persischen Golf. Die Konflikte haben die Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus, über die etwa zehn Prozent der globalen Aluminiumproduktion transportiert werden, erheblich beeinträchtigt. Laut *Bloomberg* hatten einige japanische Unternehmen den Einkauf von russischem Aluminium nach Beginn des Ukraine-Krieges 2022 eingestellt und den Wegfall durch Bezüge aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Indien kompensiert. Hierzu schreibt die Zeitung *Kommersant*:
> *”Der militärische Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran droht zu Lieferunterbrechungen von Aluminium aus den Ländern des Persischen Golfs zu führen, die etwa 8 Prozent der weltweiten Produktion dieses Metalls ausmachen. Die Einstellung der Lieferungen wurde unter anderem von den regionalen Herstellern Qatalum und Alba angekündigt. Nach Angaben des Internationalen Aluminiuminstituts wurden im Jahr 2025 in den Ländern am Persischen Golf etwa 6,1 Millionen Tonnen dieses Metalls produziert. Der Großteil der Exporte ging über die heute faktisch blockierte Straße von Hormus in die USA, die EU, nach Japan, Südkorea, Thailand und in die Türkei, wie S&P Global angibt. Laut Analysten entfielen im Jahr 2025 etwa 25 Prozent der gesamten Primäraluminiumimporte Japans auf die Länder am Persischen Golf.”*
Experten erwarten, dass der anhaltende Konflikt im Nahen Osten die Preise für russisches Aluminium in die Höhe treiben könnte. Die Länder der Region produzieren jährlich rund 6,85 Millionen Tonnen Aluminium, was etwa 8,5 Prozent der Weltproduktion entspricht. Etwa 75 Prozent davon werden exportiert – ein Handel, der durch die Blockade der Straße von Hormus aktuell massiv behindert wird.
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