Ein russisches Militärgericht hat am Donnerstag die vier Haupttäter des Terroranschlags auf die Crocus City Hall bei Moskau zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Verurteilten – Schamsidin F., Dalerdschon M., Machammadsobir F. und Saidakrami R. – müssen zudem jeweils eine Geldstrafe von 990.000 Rubel (etwa 10.800 Euro) zahlen.
Den Angeklagten wurden die Vorbereitung eines Terroraktes, illegaler Waffenbesitz, die Mitgliedschaft in einer Terrororganisation sowie die direkte Durchführung des Terroranschlags zur Last gelegt. Drei der Männer legten umfassende Geständnisse ab, während R. seine Schuld nur teilweise einräumte.
In einem weiteren Verfahren wurden 15 Mittäter verurteilt. Elf von ihnen erhielten ebenfalls lebenslange Freiheitsstrafen sowie Geldstrafen zwischen 500.000 und 2,7 Millionen Rubel (ca. 5.500 bis 29.500 Euro). Ein weiterer Mittäter wurde zu 22 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt, drei weitere Männer erhielten jeweils 19 Jahre und elf Monate. Den Ermittlungen zufolge hatten die Mittäter Waffen, Geld, Unterkünfte und Transportmittel für die Tat bereitgestellt.
Kurz nach der Urteilsverkündung teilte das russische Ermittlungskomitee mit, dass zwei mutmaßliche Organisatoren und vier weitere Mittäter international zur Fahndung ausgeschrieben und in Abwesenheit verhaftet worden seien. Die Behörde bekräftigte ihre Auffassung, dass der Anschlag im Interesse der ukrainischen Regierung geplant und durchgeführt worden sei, um die politische Lage in Russland zu destabilisieren.
Der Terrorangriff am 22. März 2024 forderte 149 Menschenleben; 609 Personen wurden verletzt. Eine Person wird weiterhin vermisst. Der entstandene Sachschaden wird auf etwa 6 Milliarden Rubel (rund 65,5 Millionen Euro) geschätzt.
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