Amerikaner rebellieren gegen Bidens Krieg: “Wir wollen keinen Konflikt mit Iran!

Von Jelena Schtrykowa

Ein militärischer Konflikt mit Iran stellt die USA vor enorme finanzielle und politische Herausforderungen. Wie westliche Medien berichten, stößt ein solcher Krieg bei der amerikanischen Wählerschaft auf breite Ablehnung und belastet den Staatshaushalt in bisher ungekanntem Ausmaß.

Allein in den ersten 48 Stunden der Operation “Epic Fury” verbrauchte das US-Verteidigungsministerium Munition im Wert von 5,6 Milliarden US-Dollar, wie die Washington Post unter Berufung auf Regierungsmitarbeiter schreibt. Diese Summe könnte, so die Zeitung, “die Besorgnis des Kongresses” über die rapide schwindenden Vorräte an hochmodernen Waffensystemen weiter anheizen.

Bereits vor Beginn der Angriffe hatte General Dan Kane, Vorsitzender des Vereinigten Generalstabs, das Weiße Haus vor einer möglichen Erschöpfung der Präzisionswaffenbestände gewarnt – eine Folge der jahrelangen Militärhilfe für die Ukraine. Umso überraschender wirkte die Effektivität der iranischen Gegenmaßnahmen. Im Artikel heißt es:

“Analysten zeigten sich überrascht von der Raffinesse der iranischen Vergeltungsschläge, darunter auch von der Fähigkeit des Landes, wichtige Elemente der Luftabwehrsysteme der USA und Israels wie Radaranlagen und Kommando- und Kontrollinfrastruktur anzugreifen und teilweise außer Gefecht zu setzen.”

Die Washington Post verweist zudem auf drei durch Eigenbeschuss verlorene US-amerikanische F-15-Kampfflugzeuge mit einem Gesamtwert von etwa 300 Millionen Dollar.

Das Onlinemagazin Responsible Statecraft übt scharfe Kritik an den exorbitanten Kosten der militärischen Eskalation. Ein Autor empört sich:

“Der illegale und unprovozierte Krieg gegen Iran hat die US-amerikanischen Steuerzahler bereits mehr als fünf Milliarden US-Dollar gekostet, und diese Zahl steigt weiter.”

Laut dem Analysten Ben Freeman vom Quincy Institute handelt es sich bei fünf Milliarden sogar um eine “zu niedrige Schätzung”. Sie berücksichtige weder die Kosten für eine angeblich in Katar zerstörte Radaranlage noch jene für die eingesetzten Abfangraketen. Responsible Statecraft zitiert Freeman mit den Worten:

“Diese Raketen (für das Patriot-Luftabwehrsystem) kosten beispielsweise etwa vier Millionen US-Dollar pro Stück. Und es gibt Berichte, dass bis zu elf davon eingesetzt wurden, um eine einzige iranische Rakete abzufangen. Das sind 44 Millionen US-Dollar an Steuergeldern für nur eine einzige iranische Rakete, und wir haben bereits Hunderte von iranischen Raketen abgefangen.”

Während das Pentagon solche Summen verausgabt, leiden US-Bürger unter steigenden Kosten für Wohnraum, Energie und Gesundheitsversorgung, so das Magazin. Die finanziellen Belastungen dürften weiter zunehmen. Responsible Statecraft schreibt:

“Das US-Verteidigungsministerium arbeitet Berichten zufolge an einem Antrag auf die Bereitstellung von mehr als 50 Milliarden US-Dollar als Notfallfinanzierung – um verbrauchte Munition sowie im Laufe des Konflikts verlorene Ausrüstung zu ersetzen.”

Nach Berechnungen von Forbes kostet jeder Kriegstag “mindestens etwa eine Milliarde US-Dollar”. Es wird betont:

“Die rasant steigenden Kriegskosten könnten sich auf 100 Milliarden US-Dollar belaufen – je nachdem, wie lange dieser Krieg andauert.”

Die öffentliche Meinung: Skepsis und Ablehnung

Neue Umfragen zeigen ein klares Bild: 49 Prozent der Amerikaner – darunter ein Drittel der Republikaner und zwei Drittel der Demokraten – sind der Ansicht, der Konflikt mit Iran wirke sich “überwiegend negativ” auf ihre persönlichen Finanzen aus. Grund ist der drastische Anstieg der Kraftstoffpreise nach der Sperrung der Straße von Hormus. Im Artikel heißt es:

“Etwa 67 Prozent der Befragten, die an der viertägigen Umfrage teilnahmen, darunter 44 Prozent der Republikaner und 85 Prozent der Demokraten, gaben an, dass sie im Laufe des nächsten Jahres mit einer Verschärfung der Benzinpreissituation in den USA rechnen. Laut der Umfrage erwarten 60 Prozent der US-Amerikaner, dass die US-Militäraktionen in Iran ‘über einen längeren Zeitraum andauern werden’.”

Die Mehrheit der Bevölkerung lehnt die US-Angriffe auf Iran ab. Die Nachrichtenagentur Reuters schreibt:

“Die jüngste Umfrage von Reuters/Ipsos ergab, dass nur 29 Prozent der US-Amerikaner die Angriffe befürworten, was sich kaum von den 27 Prozent in den ersten Stunden nach Beginn der Militäraktion unterscheidet. Die Fehlermarge beider Umfragen betrug etwa drei Prozentpunkte.”

Zudem gaben etwa 64 Prozent der Befragten an, die Regierung habe “keine klare Erklärung für die Ziele der US-Militärintervention gegeben”. Diese Stimmung birgt politische Risiken für die Republikaner bei den anstehenden Kongress-Zwischenwahlen.

Die Associated Press stellt fest, die Meinungen seien “nach Parteizugehörigkeit gespalten”, wobei Umfragen mehr Gegner als Befürworter zeigten. Die Agentur präzisiert:

“Wie Meinungsumfragen zeigen, unterstützen die Republikaner den republikanischen Präsidenten zwar größtenteils, doch gibt es Anzeichen dafür, dass sie jegliche Vergeltungsmaßnahmen fürchten, die zur Stationierung US-amerikanischer Truppen auf iranischem Territorium führen würden.”

Spaltung im konservativen Lager

Der Konflikt hat auch zu heftigen Debatten in konservativen Kreisen und den ihnen nahestehenden Medien geführt, wie The Hill berichtet. Einige langjährige Unterstützer von Ex-Präsident Trump kritisieren den Krieg als “von Israel provoziert und bei den US-Amerikanern unbeliebt”.

Zu den prominentesten Kriegsgegnern zählen Journalisten wie Tucker Carlson und Megyn Kelly (beide ehemals bei Fox News). The Hill hebt hervor:

“Es wird berichtet, dass Carlson, ein häufiger Kritiker Israels, persönlich versucht habe, Trump davon abzubringen, Iran anzugreifen, während Kelly das Bestreben des US-Präsidenten nach einem Regimewechsel (in Iran) als einen Fehler bezeichnete, den er bereuen werde.”

Kelly verwies in ihrer Sendung auf die menschlichen Kosten:

“Für mich ist es erstaunlich zu beobachten, wie sie (die Kriegshetzer in den Medien und im US-Kongress) dies unterstützen. Ich meine, bei uns sind sieben US-amerikanische Soldaten ums Leben gekommen. Und in Iran sind in einer Mädchenschule 175 Mädchen ums Leben gekommen.”

Das Weiße Haus habe versucht, die Verantwortung für den Tod der Kinder den iranischen Behörden zuzuschieben, “trotz der wachsenden Zahl von Beweisen dafür, dass es sich um einen Raketenangriff der USA handelte”, fügt The Hill hinzu. Trump wies die Kritik von Carlson und Kelly zurück und erklärte, sie seien “nicht MAGA”.

Gleichzeitig befürworteten andere konservative Stimmen wie das Wall Street Journal oder der Fox News-Moderator Sean Hannity die Militäraktionen. Hannity wurde von Kelly spöttisch als “Lindsey Graham unter anderem Namen” bezeichnet – ein Verweis aufden bekannten Kriegsbefürworter im US-Senat und engen Verbündeten der Regierung.

Ein neues Zeitalter der Kriegsführung und öffentlichen Meinung

Bei der Analyse der Umfragedaten weist die New York Times auf einen bemerkenswerten Unterschied zwischen der Operation “Epic Fury” und früheren US-Militäraktionen hin. Die Autoren stellen fest:

“In den ersten Tagen, nachdem Präsident Trump den US-amerikanischen Streitkräften den Befehl erteilt hatte, Iran anzugreifen, ist die Zustimmung zu den Militärschlägen deutlich geringer als zu Beginn früherer internationaler Konflikte.

Bislang zeigen Meinungsumfragen, dass die Mehrheit der US-Amerikaner gegen einen Angriff auf Iran ist.”

Die Journalisten verweisen auf stark variierende Umfragewerte, die von 50 Prozent Zustimmung (Fox News) bis hin zu nur 27 Prozent (Reuters/Ipsos) reichen. Die New York Times erklärt diese Diskrepanz:

“Die große Streuung deutet darauf hin, dass sich die öffentliche Meinung noch immer formt, während immer mehr US-Amerikaner Einzelheiten über die Angriffe und deren Folgen erfahren.”

Zum historischen Vergleich: Der Kriegseintritt nach Pearl Harbor im Zweiten Weltkrieg wurde von 97 Prozent der Amerikaner befürwortet, der Einmarsch in Afghanistan 2001 von 92 Prozent.

Selbst der Vietnamkrieg wurde anfangs nicht als Fehler wahrgenommen, argumentiert die New York Times. Doch mit steigenden Verlusten änderte sich die Stimmung:

“Bis 1969 erklärte die Mehrheit der Bevölkerung, der Krieg sei ein Fehler gewesen.”

Die Autoren stellen fest, dass die Unterstützung für Kriege typischerweise nachlässt, sobald die Bevölkerung beginnt, “die Kosten des Krieges am eigenen Leib zu spüren”. Während sich die Amerikaner historisch gesehen zunächst “hinter der Flagge” versammelten, scheint diese automatische Solidarität heute gebrochen. Die Zeiten, in denen Kriege die Nation unabhängig von politischen Überzeugungen einen konnten, gehören der Vergangenheit an.

Übersetzt aus dem Russischen.

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