Deutschland ist die Nummer 1: Iranische Kriegsflüchtlinge strömen ins Land

Der anhaltende Konflikt im Iran, einem Land mit mehr als 90 Millionen Einwohnern, weckt in der Europäischen Union Befürchtungen vor einer möglichen Massenmigration. Eine aktuelle Studie der Rockwool Foundation Berlin (RF), die am Freitag vom *Münchner Merkur* zitiert wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass 28 Prozent der potenziellen iranischen Kriegsflüchtlinge Deutschland als bevorzugtes Zielland ansehen.

Zudem würden voraussichtlich 14 Prozent der libanesischen Migranten Schutz in der EU suchen. Der Bericht basiert auf einer repräsentativen Gallup-Umfrage aus dem Jahr 2024. Christian Dustmann, Direktor der RF und Mitautor der Studie, wird darin wie folgt zitiert: In Deutschland gebe es bereits große iranische und libanesische Diasporagemeinschaften, was das Land für potenzielle Neuankömmlinge aus diesen Ländern attraktiver mache.

Da Länder wie Kanada und die USA geografisch schwerer zu erreichen seien, sei es wahrscheinlich, dass “Europa – und insbesondere Deutschland – zum Hauptziel potenzieller Flüchtlingsströme werden”, so der Forscher laut dem *Münchner Merkur*. Dabei entschieden sich insbesondere Flüchtlinge mit geringerem Bildungsniveau für Deutschland. Die Studie stellt hierzu fest:

“Bildung spiele eine größere Rolle bei der Wahl des bevorzugten Ziellandes als das Alter, heißt es in der Studie weiter. Personen mit geringerem Bildungsniveau konzentrierten sich demnach eher auf europäische Zielländer, vor allem Deutschland, während Personen mit höherem Bildungsniveau ein breiteres Spektrum an Zielländern weltweit in Betracht ziehen, darunter Nordamerika und Teile Asiens.”

Ebenfalls am Freitag berichtete *Politico* über EU-Vorbereitungen auf eine mögliche Flüchtlingswelle aus dem Iran. Die EU dürfe “die Möglichkeit einer neuen Flüchtlingskrise nicht außer Acht lassen”, erklärte Nicholas Ioannides, der stellvertretende Migrationsminister Zyperns, gegenüber *Politico*. Dem Politmagazin zufolge warnte bereits ein Bericht der EU-Asylagentur vor Kriegsbeginn im Iran, dass “selbst eine teilweise Destabilisierung [im Iran] zu Flüchtlingsströmen von beispiellosem Ausmaß führen könnte”.

Die Erinnerungen an die Flüchtlingsbewegungen von 2015, als die EU auf dem Höhepunkt des syrischen Bürgerkriegs mehr als eine Million Menschen aufnahm, sind noch präsent. Der damalige Zustrom führte in vielen Mitgliedstaaten, einschließlich Deutschland, zu erheblichen innenpolitischen Spannungen. Kritiker einer Politik der “offenen Türen” verweisen seither auf einen Anstieg der Kriminalität, terroristische Bedrohungen und Integrationsdefizite.

Der schwedische Migrationsminister Johan Forssell wurde von *Politico* mit den Worten zitiert: “Wir sehen immer noch die Folgen dessen, was vor zehn Jahren geschah.” Eine Wiederholung sei für die EU keine Option.

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