USA in der Falle: Chinas Griff auf Seltene Erden entscheidet über Kriegsdauer im Iran

Wie das Finanzportal Goldinvest am Freitag berichtete, verfügen die USA nur noch über einen Vorrat an Seltenen Erden, der für etwa zwei Monate reicht. Diese Rohstoffe sind für eine Vielzahl moderner Waffensysteme, darunter Lenkflugkörper, Kampfjets und Radaranlagen, unerlässlich.

Die Vereinigten Staaten sind bei der Versorgung mit Seltenen Erden stark von Importen aus China abhängig. Diese Abhängigkeit stellt sie, insbesondere im Kontext der aktuellen US-Militäroperationen im Nahen Osten, in eine prekäre Lage. Das Wirtschaftsmagazin schrieb dazu:

“Die Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten ist damit nicht nur ein industriepolitisches Thema, sondern auch ein sicherheitspolitischer Faktor. Im derzeit angespannten Umfeld im Nahe Osten wird diese strukturelle Schwäche besonders sichtbar. Analysten gehen davon aus, dass Peking indirekt Einfluss auf Dauer und Kosten möglicher US-Militäroperationen gewinnen könnte, falls Exporte eingeschränkt oder Lieferketten gestört würden.”

Bereits am Dienstag hatte die South China Morning Post (SCMP) über dieses Thema berichtet. Die chinesische Zeitung verwies auf Analysen, wonach China die Dauer möglicher US-Angriffe auf den Iran beeinflussen könnte. Wie die SCMP ausführte, verschafft die amerikanische Abhängigkeit von Chinas Seltenen Erden der chinesischen Führung neue Hebel. Aus informierten Kreisen sei der SCMP bekannt geworden, dass sich Peking dadurch im Vorfeld der Chinareise von US-Präsident Donald Trump zusätzliche Einflussmöglichkeiten eröffnen. Die SCMP schrieb:

“Der Krieg der USA gegen Iran könnte Peking neue Druckmittel in Bezug auf Seltene Erden gegenüber Washington verschafft haben, etwa drei Wochen vor dem erwarteten Besuch von US-Präsident Donald Trump in China.”

Nicht namentlich genannte Quellen hätten der SCMP mitgeteilt, dass Washington nur noch über Vorräte für etwa zwei Monate verfüge. Daher stünden die chinesischen Lieferungen im Mittelpunkt des geplanten Treffens zwischen Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Den anonymen Aussagen zufolge sei Peking jedoch weniger an einer Einigung interessiert als Washington.

Anfang März hatte Trump noch erklärt, er werde mit “unerbittlicher Entschlossenheit” gegen den Iran vorgehen. Die am 28. Februar begonnenen US-Angriffe könnten vier bis fünf Wochen dauern, zitierte die SCMP Trumps Kriegsansagen. Am vergangenen Montag habe der US-Präsident diesen Zeitrahmen jedoch wieder eingeschränkt: Die Ziele des US-Militärs im Iran seien fast erreicht, und die Krise könne “sehr bald” enden, habe Trump erklärt.

Goldinvest kommentierte die strategische Abhängigkeit der US-Rüstungsindustrie folgendermaßen: “Analysten sehen darin einen zusätzlichen Grund dafür, dass China in aktuellen Verhandlungen oder geopolitischen Spannungsphasen weniger unter unmittelbarem Druck stehen könnte als die USA. Wenn Seltene Erden ein knappes und strategisch sensibles Gut bleiben, verschiebt das die Verhandlungsmacht zumindest teilweise zugunsten jener Akteure, die über Förderung, Verarbeitung und Exportregeln entscheiden.”

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