Rheinmetall: Wie ein Rüstungsriese Milliarden mit dem Krieg verdient

Von Alexandra Nollok

Ausufernde Sanktionspolitik, geschürte Konflikte, eskalierende Kriege, Aufrüstung, Waffenlieferungen an Regime, die Völkermord begehen, und nun ein Angriff mit Flächenbombardements auf den Iran: Im verzweifelten Kampf um den Erhalt ihrer globalen Vorherrschaft setzen die USA und ihre westlichen Verbündeten die Welt in Brand. Sie zerstören dabei Millionen Existenzen und treiben gleichzeitig die eigene Arbeiterklasse in die Verarmung. Die privaten Profiteure dieses Wahnsinns hingegen feiern Rekordgewinne – wie Deutschlands größter Rüstungskonzern, Rheinmetall.

Am Mittwoch präsentierte die Düsseldorfer Waffenschmiede erneut glänzende Zahlen, angetrieben vom florierenden Kriegsgeschäft. Der Konzern verkündete stolz: “Rheinmetall treibt Expansion voran und bleibt auf Erfolgskurs – 2025: Operatives Ergebnis auf Rekordhöhe, Marge erneut erhöht.” Man darf sich das Sektkorkenknallen dazu vorstellen.

Kriegsgeschäft läuft auf Hochtouren

Die WirtschaftsWoche überschlug sich vor Begeisterung: “Der Rüstungskonzern Rheinmetall wächst und wächst” – und das nicht mehr nur mit “Artillerie, Panzer und Munition”. Inzwischen stünden auch “Flugzeugteile und Schiffe im Sortiment”.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der Konzernumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 29 Prozent auf knapp 9,94 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte sogar um ein Drittel auf 1,8 Milliarden Euro zu. Der Gewinn nach Steuern wuchs “nur” um drei Prozent auf 0,8 Milliarden Euro. Doch die Zukunft ist gesichert: Der Auftragsbestand, der sogenannte Backlog, erreichte mit 63,8 Milliarden Euro einen neuen Höchststand – ein Plus von 36 Prozent.

Das Kriegsgeschäft beflügelt auch die Erwartungen für die Zukunft. Für das laufende Jahr prognostiziert Rheinmetall einen Umsatzsprung von bis zu 45 Prozent auf bis zu 14,5 Milliarden Euro – und das “bei weiter steigender Profitabilität”. Ein beschönigender Begriff für die Maximierung von Gewinnen auf Kosten der Belegschaft.

Vom Zulieferer zum “Systemhaus für die Streitkräfte”

Da die imperialistischen Kriege des Westens eskalieren und der deutsche Staat immer mehr Steuergelder in die Aufrüstung der Bundeswehr pumpt – was die soziale Spaltung im Land vertieft –, kann sich Rheinmetall einen strategischen Schwenk leisten. Man will die zum Verkauf stehenden Automotive-Aktivitäten abstoßen, um sich “von nun an vollständig auf das Defence-Geschäft” zu konzentrieren. Das Unternehmen verwandle sich damit “zum umfassenden Systemhaus für die Streitkräfte”.

Anders gesagt: Rheinmetall wird zum steuerfinanzierten Hauptausrüster des deutschen (und ukrainischen) Militärs, der aus den üppigen Staatsaufträgen hohe Vorstandsgehälter finanziert. Konzernchef Armin Papperger bezog zuletzt etwa 3,6 Millionen Euro im Jahr. Währenddessen wird in der öffentlichen Debatte lieber über angebliche “Schmarotzer” am unteren Ende der Gesellschaft gestritten – eine Ablenkungspropaganda, die zum politischen Geschäft dazugehört.

Aggressive Expansionsstrategie: Kaufen und wachsen

Die gut gefüllten Kassen ermöglichen eine aggressive Expansionsstrategie. “Neben den bisherigen Domänen Land und Luft engagiert sich Rheinmetall nach der Übernahme des Marineschiffbauers NVL nun im maritimen Bereich sowie in der Domäne Space”, so der Konzern. Man bediene den “signifikant gestiegenen Bedarf der Streitkräfte” und erschließe gleichzeitig Zukunftsfelder wie Digitalisierung und Drohnentechnologie.

Vorstandschef Papperger sieht sein Unternehmen “bestens vorbereitet” für den weiteren imperialistischen Wahnsinn seiner Geldgeber. Der Abschied vom Automotive-Geschäft sei “ein schwerer Schritt”, heuchelte er, doch man müsse “die Profitabilität des Konzerns weiter steigern”. Die vielen “neuen Großprojekte der Streitkräfte” böten dafür die beste Grundlage – darum geht es letztlich.

Seit Beginn des Ukraine-Krieges verfolgt Rheinmetall eine Strategie des aggressiven Wachstums durch Übernahmen. Vor der Integration norddeutscher Werften schluckte der Konzern bereits den spanischen Munitionshersteller Expal Systems, mehrere deutsche Munitionsspezialisten, den kroatischen Fahrzeugbauer Dok-Ing, den Drohnenproduzenten EMT, den Software-Hersteller Blackned und sogar das US-Rüstungsunternehmen Loc Performance. Zudem sicherte man sich Mehrheitsanteile an einem rumänischen Rüstungsbetrieb.

Düstere Aussichten für die Welt, glänzende für die Profiteure

Der jüngste US-israelische Angriff auf den Iran lässt die Herzen der Kriegsgewinnler noch höher schlagen. Die Nachfrage nach Flugabwehrsystemen sei groß, jubelte Papperger bereits den Medien zu. Die Aktionäre profitieren mit: Die Dividende pro Aktie wurde für 2025 von 8,10 auf 11,50 Euro angehoben.

Für die Kassen der Rüstungskonzerne sind die Aussichten im wahrsten Sinne des Wortes bombastisch. Für Millionen Menschen auf dieser Welt bedeutet dasselbe Wort jedoch nur Leid, Zerstörung und Tod.

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