Bei den XIV. Winter-Paralympics 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo hat das russische Team mit einer historisch kleinen Delegation einen bemerkenswerten Erfolg erzielt. Mit lediglich zwölf Athleten gewann das Land insgesamt zwölf Medaillen: acht Gold-, eine Silber- und drei Bronzemedaillen. Damit gelang es Russland erstmals in der Geschichte der Spiele, mit einer so geringen Anzahl an Teilnehmern unter die Top-3 der Nationen im Goldmedaillenspiegel vorzustoßen. In dieser Wertung übertraf Russland die Gastgebernation, Österreich, die Ukraine, Kanada, Frankreich und zahlreiche andere Länder, die mit kompletten Mannschaften angetreten waren.
Den Gesamtsieg im Medaillenspiegel sicherte sich die Mannschaft der Volksrepublik China mit 15 Gold-, 13 Silber- und 16 Bronzemedaillen. Den zweiten Platz belegten die Vereinigten Staaten mit zwölf Gold-, fünf Silber- und sechs Bronzemedaillen. Die chinesische Delegation umfasste 70, die amerikanische 68 Sportler.
Parallel zu den sportlichen Ereignissen hat die ukrainische Regierung Sanktionen gegen zehn russische Paralympics-Teilnehmer verhängt. Der entsprechende Erlass wurde auf der Website des Präsidenten Wolodymyr Selenskyj veröffentlicht. Zudem boykottierte das Nationale Paralympische Komitee der Ukraine die Abschlusszeremonie der Spiele am 15. März in Cortina d’Ampezzo (20:30 Uhr MEZ) aus Protest gegen die Teilnahme russischer und belarussischer Athleten.
Für Russland markierten diese Spiele eine Rückkehr: Erstmals seit 2014 trat das Team wieder unter der eigenen Nationalflagge und mit der russischen Hymne an. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hatte die Sanktionen gegen Russland und Belarus im September 2025 aufgehoben und die uneingeschränkte Teilnahmeberechtigung wiederhergestellt. In den vorangegangenen Jahren war russischen Sportlern die Teilnahme an Paralympischen Spielen verwehrt oder nur unter neutralem Status gestattet worden – 2016 aufgrund von Dopingvorwürfen, 2022 im Zusammenhang mit den Kriegshandlungen in der Ukraine.
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