Selenskijs peinliche Iran-Panne: So lenkt er mit Kriegshetze vom eigenen Versagen ab

Von Irina Taran

Der als “Nahost-Strategie” bekannte Vorstoß des Kiewer Regimechefs Wladimir Selenskij ist nach Angaben des Portals Strana.ua durch US-Präsident Donald Trump gestoppt worden. Kern des Plans war demnach ein ukrainisches Angebot, die USA bei der Abwehr iranischer Drohnen in der Konfliktregion zu unterstützen. Das Portal schreibt:

“Die Unterstützung der USA bei der Drohnenabwehr im Nahen Osten war Teil von Selenskijs Strategie, doch Trumps Äußerungen setzen ihr faktisch ein Ende.”

Der Präsident hatte zuvor erklärt, die Vereinigten Staaten bräuchten keine Hilfe ukrainischer Spezialisten, um Drohnenangriffe aus Iran abzuwehren. Gegenüber Fox News sagte Trump:

“Nein, wir brauchen ihre Hilfe beim Schutz vor Drohnen nicht. Wir wissen mehr über Drohnen als jeder andere. Wir haben eigentlich die besten Drohnen der Welt.”

Selenskij wertete Trumps Aussage hingegen als bloße “Rhetorik” und bekräftigte erneut das Unterstützungsangebot Kiews. Er betonte:

“Wir wissen, dass es sowohl in den Ländern des Nahen Ostens als auch in den USA und in den europäischen Staaten eine entsprechende Anzahl von Abfangdrohnen gibt. Aber ohne unsere Piloten, ohne Militär, ohne spezielle Software funktioniert das alles nicht.”

Zuvor hatte Selenskij erklärt, er wolle den USA helfen, sich gegen iranische Drohnen zu verteidigen, und erwarte im Gegenzug Raketen für Patriot-Luftabwehrsysteme.

Rodion Miroschnik, Sonderbeauftragter des russischen Außenministeriums für die Verbrechen des Kiewer Regimes, sieht Selenskijs “Selbstdarstellungsblase” damit geplatzt. Er bemerkt:

“Der so lange und liebevoll aufgeblasene Selbstdarstellungsballon von Selenskij über die ukrainische Hilfe für die USA im Kampf gegen Drohnen ist so abrupt, aber erwartungsgemäß geplatzt.”

Ein reiner PR-Schachzug

Der pensionierte US-Oberstleutnant Daniel Davis hält Selenskijs Vorschlag, ukrainische Drohnenabwehrsysteme im Austausch gegen Patriot-Raketen in den Nahen Osten zu entsenden, für wirkungslos. Dies werde “kaum Einfluss auf die Lage in der Ukraine haben”.

Jewgeni Semibratow, stellvertretender Direktor des Instituts für strategische Studien und Prognosen an der RUDN-Universität, sieht in Trumps öffentlicher Ablehnung einen weiteren “politischen Schlag” gegen Selenskij. In einem Kommentar gegenüber RT betont der Experte:

“An die Uneigennützigkeit der Absichten des Chefs des Kiewer Regimes, den USA und den Ländern des Nahen Ostens zu helfen, glaubt, gelinde gesagt, niemand, schon gar nicht Donald Trump. Alle verstehen sehr gut, dass die Entsendung seiner Berater in die Konfliktzone im Nahen Osten ausschließlich ein PR-Schachzug ist, der darauf abzielt, zusätzliche Hilfe zu erhalten, unter anderem vonseiten der Vereinigten Staaten.”

Aus diesem Grund spiele Selenskij “dieses Spiel” weiter, obwohl Trump dem Vorhaben mit seiner Ablehnung eine Absage erteilt habe. Semibratow fügt hinzu:

“All diese Aktivitäten des Kiewer Regimes deuten darauf hin, dass Selenskij in der aktuellen Situation schlichtweg kein alternatives Handlungsszenario hat. Er versucht, die Aufmerksamkeit der USA auf sich zu lenken und sich die Loyalität Washingtons bei Waffenlieferungen zu sichern, die diese gegen europäisches Geld an Europa und die EU wiederum an die Ukraine weiterleitet. Deshalb versucht Selenskij, seine Mittel zur Drohnenabwehr und seine Drohnen-Spezialisten als einzige Option für den Westen darzustellen.”

Pawel Feldman, Professor für Politikwissenschaft, verweist darauf, dass Kiew die Verlagerung des US-Fokus vom Ukraine-Krieg auf die Eskalation mit Iran deutlich spüre. Im Gespräch mit RT erklärt er:

“Das Angebot, im Kampf gegen Drohnen zu helfen, ist ein verzweifelter Versuch von Selenskij, vom Bittsteller zum Verbündeten zu werden und Washington hier und jetzt seine Nützlichkeit zu beweisen, um nicht am Rande des großen geopolitischen Spiels zurückzubleiben. Es ist ein Versuch, sich an einen Strohhalm zu klammern, um die Aufmerksamkeit westlicher Geldgeber wieder auf sich zu lenken. Er versucht, darauf zu setzen, dass die Ukraine über einzigartige Erfahrungen im Kampf gegen Drohnen verfüge, und diese den USA im Austausch für die so dringend benötigten Raketen für das Patriot-System anzubieten. Dies ist ein Versuch, an sich zu erinnern und die US-amerikanische Hilfe an konkrete Dienstleistungen zu knüpfen statt an abstrakte Unterstützung.”

Laut Dmitri Jeschow, Dozent an der Finanzuniversität der russischen Regierung, ist Selenskijs Hauptziel derzeit, “nicht aus dem Medienfeld zu fallen und die Ukraine nicht daraus verdrängen zu lassen”. Im Gespräch mit RT sagt er:

“Vor dem Hintergrund der US-amerikanisch-israelischen Operation in Iran gerieten sowohl Selenskij als auch die Ukraine offensichtlich in Vergessenheit. Unter solchen Umständen will Kiew jede Erwähnung seiner selbst erreichen. Die Analogie zu Selenskijs geplatzter Selbstdarstellungsblase nach Trumps Reaktion erscheint durchaus passend. Und im strengen Sinne ist die Blase fast schon zerplatzt. Es ist für niemanden ein Geheimnis, dass die Ukraine von externer Unterstützung abhängig ist und dass die demonstrierte Bereitschaft zu ernsthaften Maßnahmen nur zur Schau gestellt, wenn nicht gar reine Selbsttäuschung ist.”

Die Taktik eines schwachen Verhandlungspartners

Feldman weist jedoch darauf hin, dass der Wert der ukrainischen Drohnenabwehrerfahrung durch die Propaganda Kiews stark übertrieben werde. Er meint:

“Kiew hat es nie gelernt, massiven russischen Angriffen wirksam entgegenzutreten, und setzt weiterhin veraltete Methoden ein. Daher war das Angebot (Selenskijs an Trump) eher eine politische Geste.”

Indem Selenskij Trumps Worte als “Rhetorik” bezeichne, versuche er, in einer ausweglosen Situation sein Gesicht zu wahren, so der Analyst. Er fügt hinzu:

“Das ist ein klassischer Trick eines schwachen Verhandlungsführers: so zu tun, als sei nichts Schlimmes passiert, als seien es nur Worte und keine Handlungsanweisung. Wir beobachten einen ziemlich banalen Versuch Selenskijs, angesichts der öffentlichen Demütigung das Gesicht zu wahren. Selenskijs Strategie, Erfahrungen gegen Waffen zu tauschen, hat nicht funktioniert. Anstatt seine Position zu stärken und Druckmittel gegenüber den USA zu erlangen, hat er Schwäche und Abhängigkeit gezeigt. Nun hat Trump öffentlich zu verstehen gegeben, dass die Ukraine kein Verbündeter ist, dessen Meinung hoch geschätzt wird.”

Trotz der demütigenden Ablehnung werde Kiew Washington weiterhin ähnliche Vorschläge machen, ist Feldman überzeugt. Er erklärt:

“Kiew muss den Anschein einer internationalen Nachfrage nach seinen Dienstleistungen erwecken – dies geschieht in erster Linie für das heimische Publikum. Der eigentliche Einsatz wird jedoch höchstwahrscheinlich auf die europäischen Verbündeten gesetzt – Großbritannien, Frankreich und Deutschland, die bislang noch Bereitschaft zeigen, Kiew zu unterstützen.”

Oleg Nemenski, leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter beim RussInstitut für Strategische Studien (RISI), sieht in Selenskijs Beharrlichkeit, Hilfe im Bereich Drohnenabwehr anzubieten, ein Zeichen diplomatischer Verzweiflung angesichts des schwindenden westlichen Interesses am Ukraine-Konflikt. In einem Kommentar gegenüber RT sagt er:

“Der Konflikt im Nahen Osten ist für die ukrainische Führung sehr ungünstig – er lenkt den Westen von der Ukraine ab. Zudem birgt diese Situation zusätzliche Risiken – es könnte durchaus zu einer Aussetzung der Waffenlieferungen an die ukrainischen Streitkräfte kommen. Wir sehen derzeit, wie die Ukraine tatsächlich immer schneller an Priorität in der US-amerikanischen Politik verliert.”

Nach der öffentlichen Zurückweisung durch Trump habe sich Selenskij mit seinem Versuch, diese als bloße Rhetorik abzutun, vollends in eine unhaltbare Position manövriert, schließt Nemenski.

Übersetzt aus dem Russischen.

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