Hunderte Besatzungsmitglieder des US-Flugzeugträgers USS Gerald R. Ford mussten nach einem Brand ihre Kojen räumen und schlafen nun notdürftig auf dem Boden, wie die New York Times unter Berufung auf interne Quellen berichtet.
Der Brand brach in der vergangenen Woche in der Hauptwäscherei des Schiffes aus. Die Löscharbeiten hätten über 30 Stunden gedauert, teilte die Zeitung am Montag mit. Dabei seien Dutzende Personen Rauchvergiftungen erlitten. Das US Central Command stufte den Vorfall als “nicht kampfbezogen” ein und betonte, die Antriebssysteme des Kriegsschiffes seien nicht beschädigt worden.
Die unmittelbaren Folgen für die Besatzung sind jedoch erheblich: Mehr als 600 Seeleute haben ihre Schlafplätze verloren und müssen sich vorerst mit dem Schlafen auf Fußböden und Tischen behelfen. Zudem ist die Waschkapazität des Schiffes stark eingeschränkt.
Die USS Gerald R. Ford, das größte Kriegsschiff der US-Marine mit über 4.500 Seeleuten und Piloten an Bord, befindet sich derzeit im zehnten Monat ihres Einsatzes im Nahen Osten. Der Träger war nach einer Mission vor der Küste Venezuelas im Januar eilig in die Region verlegt worden. Ursprünglich rechnete die Besatzung mit einer Rückkehr bis Mai. Die übliche Einsatzdauer eines Flugzeugträgers liegt bei sechs Monaten, bevor ausgedehnte Werftaufenthalte für Wartung und Erholung der Mannschaft notwendig werden.
Der Brand ist nicht das erste technische Problem des 13 Milliarden Dollar teuren Schiffes, das 2017 in Dienst gestellt wurde. Bereits 2020 wies das Government Accountability Office (GAO) auf ein unterdimensioniertes und anfälliges Abwassersystem hin, das dem in Verkehrsflugzeugen ähnelt und zu Verstopfungen neigt. Die aufwendige Reinigung dieser Anlage kostet rund 400.000 Dollar und kann nur im Hafen durchgeführt werden.
Laut einem Bericht von NPR vom Januar musste der Flugzeugträger seit 2023 bereits 42 Mal externe technische Unterstützung anfordern, wobei die Häufigkeit dieser Anfragen zunahm.
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