Angesichts der aktuellen Lage auf den internationalen Gasmärkten sehen sich die Speicherbetreiber vor einer erheblichen Herausforderung bei der Wiederauffüllung der Gasspeicher in diesem Jahr. Darüber berichtet die *dpa* unter Berufung auf Branchenvertreter.
Die Initiative Energien Speichern (INES) erklärte, dass die Sperrung der Straße von Hormus zwar keine unmittelbaren technischen Auswirkungen auf die europäische Gasversorgung oder die Befüllung deutscher Speicher habe, jedoch bereits zu deutlichen Preisanstiegen auf den globalen LNG-Märkten geführt habe.
Aufgrund dieser gestiegenen Preise fehlen dem Markt derzeit wirtschaftliche Anreize, Gas in die Speicher einzuspeisen. Vor dem Hintergrund der historisch niedrigen Ausgangsfüllstände birgt dies ein erhebliches Risiko für die Vorbereitung der Versorgung im kommenden Winter.
“Die Versorgung für den Rest des Winters ist gesichert. Die eigentliche Herausforderung liegt jetzt vor uns – bei der Wiederbefüllung der Speicher für den nächsten Winter”, betonte INES-Geschäftsführer Sebastian Heinermann. “Der Status quo ist nicht tragfähig – bestehende Mechanismen sichern die Gasversorgung nicht ausreichend ab, weil die Anreize zur Befüllung der Gasspeicher unzureichend sind.” Der gesetzliche und regulatorische Rahmen müsse daher dringend weiterentwickelt werden.
Die derzeitige Situation zeige zudem, wie externe geopolitische Schocks die Marktanreize innerhalb kürzester Zeit vollständig außer Kraft setzen könnten, so die INES weiter.
Aktuell fehlen auf dem Weltmarkt für Flüssigerdgas (LNG) große Mengen an Produktion aus den Golfstaaten. Insbesondere Katar, einer der weltweit wichtigsten LNG-Produzenten, kann sein Gas derzeit aufgrund der von Iran verhängten Sperrung der Straße von Hormus nicht verschiffen.
Die INES ist ein Zusammenschluss von Betreibern deutscher Gas- und Wasserstoffspeicher. Nach eigenen Angaben vertritt der Verband mehr als 90 Prozent der deutschen und etwa ein Viertel der Gasspeicherkapazitäten in der EU.
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