WHO-Pandemie-Konferenz: Globale Gerechtigkeit oder erneutes Versagen?

Am Mittwoch veranstaltet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Online-Konferenz zum sogenannten PIP-Rahmenwerk (Pandemic Influenza Preparedness). Dieses globale Regelwerk soll die Welt auf eine neue Influenza-Pandemie vorbereiten.

Das PIP-Rahmenwerk wurde ursprünglich im Mai 2011 von der 64. Weltgesundheitsversammlung verabschiedet. In ihrer aktuellen Pressemitteilung beschreibt die WHO das Abkommen als einen “innovativen Mechanismus”, der entwickelt wurde,

“um einen rechtzeitigen Austausch zu Viren und einen gerechten Zugang zu Vorteilen wie Impfstoffen, antiviralen Medikamenten und Diagnostika sicherzustellen.”

Laut der WHO ist es das einzige globale System für Zugang und Vorteilsausgleich im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Ziel der Konferenz sei es, das Bewusstsein für das Rahmenwerk und seine “Rolle bei der Förderung der Gerechtigkeit in der Pandemievorsorge und -bekämpfung zu stärken”. Zu den behandelten Themen gehören:

  • Die Förderung einer gerechten Reaktion auf eine Influenza-Pandemie.
  • Die Erläuterung der Rollen verschiedener Interessengruppen bei der Umsetzung des PIP-Rahmenwerks.

Die Konferenz wird von Dr. Maria Van Kerkhove, der WHO-Direktorin für Epidemic and Pandemic Preparedness and Prevention (EPP), eröffnet. Die US-amerikanische Expertin für Infektionskrankheiten und Epidemiologie war während der COVID-19-Pandemie als Technische Leiterin der WHO für die Maßnahmen verantwortlich. Sie leitet auch die Abteilung für neu auftretende Krankheiten und Zoonosen und promovierte an der London School of Hygiene and Tropical Medicine über Vogelgrippe-Ausbrüche in Kambodscha. Zu ihrem Fachgebiet zählen unter anderem MERS-CoV, Vogelgrippe, Ebola, Marburg, Zika und die Pest.

Der US-amerikanische Journalist Jon Fleetwood äußert sich kritisch zu den Zielen des WHO-PIP-Rahmenwerks. In einem Beitrag auf seinem Substack-Kanal vom 17. März schreibt er:

“PIP ist die internationale Struktur, über die die WHO (…) vorschreibt, wie Influenzavirusproben weltweit transferiert werden und wie Pandemie-Impfstoffe, antivirale Medikamente und Diagnostika verteilt werden, sobald eine Influenza-Pandemie-Reaktion ausgelöst wird.”

“Die neue Sitzung zur Pandemiebekämpfung, die über das Epidemics and Pandemics Information Network (EPI-WIN) der WHO organisiert wird, wird festlegen, wie Regierungen und am Influenza-Überwachungsnetzwerk der WHO teilnehmende Labore und Pharmahersteller während einer Influenza-Pandemie reagieren sollen.”

Fleetwood weist darauf hin, dass sich die Vereinigten Staaten weiterhin an den Pandemie-Überwachungsnetzwerken der WHO beteiligen, etwa über US-Universitäten und die Centers for Disease Control and Prevention (CDC), obwohl das Land offiziell aus der WHO ausgetreten ist. Die USA seien auch weiterhin in das CoViNet-Sentinel-Überwachungssystem der WHO eingebunden, das weltweit 45 Referenzlabore umfasst.

Fleetwood verweist zudem auf die Diskussion um Impfstoffnebenwirkungen. Offiziell seien die weltweit verabreichten COVID-19-Impfstoffe mit etwa 39.000 Todesfällen in Verbindung gebracht worden. Eine von der US-Regierung finanzierte Harvard-Pilgrim-Studie habe jedoch ergeben, dass weniger als ein Prozent der unerwünschten Impfereignisse an das Vaccine Adverse Event Reporting System (VAERS) der CDC gemeldet würden. Daher könne die tatsächliche Zahl der impfstoffbedingten Gesundheitsschäden und Todesfälle deutlich höher liegen.

Durch ihr Pandemie-Rahmenwerk verfüge die WHO über ein Netzwerk, das einen globalen wissenschaftlichen Konsens über eine Pandemie und entsprechende Maßnahmen herbeiführen sowie Regierungen und Pharmaunternehmen mobilisieren könne. Letztendlich, so Fleetwood, würde die Weltgesundheitsorganisation mit diesem Regelwerk “darüber entscheiden, ob Millionen Menschen leben oder sterben”. Die am Mittwoch stattfindende WHO-Konferenz bewertet er als Aktivierung des Kommandorahmens für die nächste Influenza-Pandemie:

“Da die WHO nun ihren Kommandorahmen für Influenza-Pandemien aktiviert, wird die Infrastruktur, die die COVID-19-Reaktion leitete, bereits für den nächsten Pandemiezyklus positioniert.”

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