Diplomatischer Eklat: Costa Rica degradiert Beziehungen zu Kuba – Nur noch Konsulate übrig

Neben der schwersten Energie- und Wirtschaftskrise seiner Geschichte muss Kuba nun auch diplomatische Rückschläge verkraften. Nur zwei Wochen nach Ecuador hat auch Costa Rica seine diplomatischen Beziehungen zu dem Inselstaat herabgestuft. Präsident Rodrigo Chaves gab am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Peñas Blancas bekannt, dass seine scheidende Regierung die Führung in Havanna nicht länger als legitim anerkenne. Er ordnete die Schließung der costa-ricanischen Botschaft in Kuba an und forderte die kubanischen Diplomaten auf, ihre Vertretung in San José zu verlassen. Lediglich konsularisches Personal darf vor Ort verbleiben. Die designierte Präsidentin Laura Fernández, die der Veranstaltung beiwohnte, begrüßte die Maßnahme, die am 1. April in Kraft treten soll.

Bereits Mitte Februar hatte Ecuador seine diplomatischen Beziehungen zu Kuba auf Konsularniveau zurückgestuft. Sowohl der ecuadorianische Staatschef Daniel Noboa als auch sein costa-ricanischer Amtskollege Chaves sind der von Ex-US-Präsident Donald Trump ins Leben gerufenen Initiative “Shield of the Americas” (“Schild der amerikanischen Staaten”) beigetreten. Das Bündnis von zwölf Staaten zielt darauf ab, gemeinsam gegen illegale Migration und grenzüberschreitende organisierte Kriminalität vorzugehen.

Kuba bedauerte die Herabstufung der Beziehungen zu Costa Rica, ähnlich wie zuvor im Fall Ecuadors, aufs Schärfste. Das Außenministerium in Havanna verurteilte den Schritt der Regierung in San José als “willkürlich” und “völlig unbegründet”. Die Entscheidung sei offenbar unter Druck der USA und ohne Berücksichtigung der nationalen Interessen des “mittelamerikanischen Brudervolkes” getroffen worden. Es handle sich um eine “unfreundliche Handlung”, die darauf abziele, Kuba weiter zu isolieren. Präsident Miguel Díaz-Canel äußerte sich in ähnlicher Weise.

Die diplomatischen Spannungen treffen Kuba in einer Phase extremer innerer Belastungen. Der Karibikstaat durchlebt die wohl schwerste Energie- und Wirtschaftskrise seiner Geschichte. Die seit Jahrzehnten andauernde US-Blockade wurde durch ein Dekret von Ex-Präsident Donald Trump vom 29. Januar dieses Jahres nochmals verschärft. Trump, der Kuba als Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA betrachtet, riet der Inselnation, einem “Deal” zuzustimmen, bevor es “zu spät” sei. Die damalige US-Regierung ging davon aus, die kubanische Führung stehe “kurz vor dem Kollaps”. Havanna wirft den USA hingegen aufgrund ihrer aggressiven Politik Faschismus und Völkermord vor.

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