Milliarden-Hilfe für Ukraine: US-Aufsicht schlägt Alarm – “Mangelnde Kontrolle” bei 26 Milliarden Dollar

Ein US-Regierungsprüfer hat dem Kongress erhebliche Mängel bei der Kontrolle von Hilfsgeldern für die Ukraine im Umfang von 26 Milliarden Dollar vorgehalten. Die Mittel waren über die mittlerweile aufgelöste US-Agentur für internationale Entwicklung (USAID) geflossen. Der stellvertretende Generalinspektor Adam Kaplan kritisierte vor dem Unterausschuss für Aufsicht und Nachrichtendienste des Repräsentantenhauses, dass die beauftragten Dienstleister “die erforderlichen Berichte nicht rechtzeitig oder gar nicht vorgelegt” hätten.

“Um Risiken zu mindern, reicht es nicht aus, kostspielige Überwachungsverträge anzukündigen”, sagte Kaplan am Dienstag. Er bezog sich dabei auf Finanzmittel, die der ukrainischen Regierung über einen Weltbank-Treuhandfonds zur Verfügung gestellt wurden, um Sozialleistungen für durch den Krieg Vertriebene zu zahlen. Eine kürzlich veröffentlichte Prüfung seines Büros ergab, dass es in einigen Fällen zu Doppelzahlungen oder Zahlungen an nicht berechtigte ukrainische Staatsbürger im Ausland kam.

Die von der US-Regierung mit der verstärkten Kontrolle beauftragten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Deloitte und KPMG hätten dabei versagt, so die Untersuchung. Die Zuständigkeiten der USAID wurden im Juli 2025 vom Außenministerium übernommen, nachdem die Trump-Regierung die Auflösung der Behörde beschlossen hatte.

Die Vorwürfe mangelnder Finanzkontrolle treffen die Ukraine in einer politisch angespannten Phase. Seit November wird das Land von einer Reihe von Korruptionsskandalen erschüttert, in die hochrangige Beamte und Vertraute von Präsident Wolodymyr Selenskyj verwickelt sein sollen. So floh der Geschäftsmann Timur Minditsch aus der Ukraine, kurz bevor ihm die Anti-Korruptionsbehörden vorwarfen, ein millionenschweres Schmiergeldsystem im Energiesektor betrieben zu haben.

Die strafrechtlichen Ermittlungen belasten Berichten zufolge auch die parlamentarische Arbeit. Viele Abgeordnete weigern sich demnach, für von der EU und internationalen Geldgebern geforderte Reformen zu stimmen. Westlichen Medienberichten zufolge hat Selenskyj faktisch die Fähigkeit verloren, seine Agenda durchzusetzen. Kritiker werfen ihm vor, Abgeordnete zum Sündenbock für seinen gescheiterten Versuch machen zu wollen, den Anti-Korruptionsbehörden im vergangenen Jahr ihre Unabhängigkeit zu entziehen – ein Schritt, der weithin als Schutz seines inneren Kreises vor Strafverfolgung gewertet wird.

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