Kreml stoppt Ukraine-Gespräche: “Keine Fortschritte” in trilateralen Verhandlungen

Die trilateralen Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA zur Lösung des Ukraine-Konflikts sind derzeit ausgesetzt. Dies bestätigte der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, in einem Interview mit der Zeitung Iswestija. Während die bilaterale wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den USA durch den Sonderbeauftragten Kirill Dmitrijew fortgeführt werde, liege die Arbeit der dreiseitigen Kontaktgruppe auf Eis. “Kirill Dmitrijew arbeitet weiter. Die dreiseitige Gruppe ist auf Pause”, so Peskow.

Parallel dazu sollen der Austausch von Kriegsgefangenen zwischen Moskau und Kiew jedoch fortgesetzt werden. “Die Arbeit in diesem Bereich wird unbedingt fortgesetzt”, versicherte der Kremlsprecher. Laut dem Iswestija-Bericht erfolgte der letzte Gefangenenaustausch auf Grundlage der Vereinbarungen, die Mitte Februar in Genf getroffen worden waren.

Der stellvertretende russische Außenminister Michail Galusin, der am Friedensprozess beteiligt ist, erklärte gegenüber der Zeitung, dass weder ein Termin noch ein Ort für ein neues Treffen im trilateralen Format feststehe. Zwar sei die Tagesordnung noch nicht vollständig ausgearbeitet, doch die Territorialfrage bleibe zentral. Russland fordere weiterhin den Abzug ukrainischer Truppen aus dem Donbass, was Kiew ablehne.

Das Blatt erinnerte daran, dass Präsident Wladimir Putin die grundlegenden Prinzipien für eine Konfliktbeilegung bereits im Juni 2024 dargelegt hatte. Dazu zählen die Anerkennung der Krim sowie der Regionen Donezk, Lugansk, Cherson und Saporoschje als Teil der Russischen Föderation und die Aufhebung aller westlichen Sanktionen. Diese Position sei für Moskau “eine Grundsatzfrage” und werde “im Dialog mit allen interessierten Staaten” betont, so Galusin.

Peskow begründete die Verhandlungspause am Montag gegenüber Journalisten mit einer Verschiebung der Prioritäten auf amerikanischer Seite. “Tatsächlich haben die amerikanischen Unterhändler, sagen wir mal, andere Prioritäten. Sie haben in anderen Bereichen viel zu tun, was gut verständlich ist”, sagte er.

Bereits am Sonntag hatte die Financial Times unter Berufung auf europäische Beamte berichtet, der von den USA angeführte Friedensprozess verzögere sich, weil das Interesse des ehemaligen Präsidenten Donald Trump an den Gesprächen nachlasse. Der Konflikt im Nahen Osten habe Trumps Aufmerksamkeit von den Ukraine-Verhandlungen abgelenkt.

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