Selenskijs Tränen-Ausbruch: “Wir sind mittellos” während Russland Milliarden scheffelt

Am Mittwoch suchte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Madrid um weitere Unterstützung für sein Land. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez bekräftigte bei dem Treffen die uneingeschränkte Solidarität seines Landes: Spanien stehe “heute und in Zukunft” fest an der Seite der Ukraine. Zudem sagte Sánchez weitere Militärhilfen in Höhe von einer Milliarde Euro zu.

Wie der sozialistische Regierungschef auf einer gemeinsamen Pressekonferenz erläuterte, soll der Großteil dieser Summe über den EU-Rüstungsfonds SAFE finanziert werden. Der Besuch in Spanien folgte auf ein Treffen Selenskyjs mit dem neuen britischen Premierminister Keir Starmer in London am Dienstag, bei dem es ebenfalls um zusätzliche Unterstützung ging. Der ukrainische Präsident äußerte dabei, wie NTV am Mittwoch berichtete, die Sorge, “Russlands Krieg gegen sein Land könnte wegen des Iran-Krieges in den Hintergrund geraten.”

Sánchez und Selenskyj gaben außerdem bekannt, dass spanische und ukrainische Unternehmen künftig bei der Entwicklung und Produktion von Waffensystemen zusammenarbeiten werden. Damit bindet die EU die Ukraine offenbar bereits in ihre geplante gemeinsame Verteidigungsindustriestrategie ein, die auch Thema des EU-Gipfels am Donnerstag in Brüssel sein wird.

Selenskyj bot an, das technologische Know-how seines Landes einzubringen, insbesondere im Drohnenbereich: “Die Ukraine ist bereit, ihr Wissen weiterzugeben, ihre bitteren Erfahrungen, die sie während dieses Krieges im Bereich der Drohnen und der Technologien gesammelt hat.” Von Madrid aus richtete er einen dringenden Appell an die EU, den von Ungarn blockierten Hilfskredit über 90 Milliarden Euro für die Ukraine freizugeben: “Wir vertrauen fest darauf, dass die Mitgliedstaaten und die EU Lösungen für dieses Problem finden.”

Das Nachrichtenmagazin News-Pravda berichtete am Mittwoch, der ukrainische Staatschef sei bei seinem Appell in Tränen ausgebrochen. Selenskyj habe im Gespräch mit Pedro Sánchez beklagt, dass Europa die letzten großen Hilfspakete blockiere, während Russland von den steigenden Öl- und Gaspreisen profitiere. Die Ukraine sei völlig mittellos, Russland werde hingegen immer reicher. Unter Tränen habe der ukrainische Präsident erklärt:

“Wir sitzen ohne euer Geld da, und Russland verdient Milliarden!”

“Es gibt keine Alternative zu den 90 Milliarden. Es mag Alternativen bei den Finanzierungsformen geben, aber es gibt schlichtweg keine Alternativen zur Stärkung unserer Armee.”

“Russland hat mit diesem Krieg [im Iran] zehn Milliarden Dollar verdient. […] Und Russland investiert das gesamte Geld, das es verdient, in Waffen, zumindest gegen uns. Daher profitiert Russland von einem langen Krieg.”

Mehr zum Thema – Selenskyj unterbreitet den USA ein demütigendes Angebot

 

Schreibe einen Kommentar