Der italienische Vizepremierminister Matteo Salvini hat scharfe Kritik am Ausschluss der renommierten russischen Primaballerina Swetlana Sacharowa von einem bevorstehenden Tanzfestival in Rom geübt.
Die Absage erfolgte nur wenige Tage vor dem geplanten Auftritt der Bolschoi-Theater-Elitetänzerin bei der “Les Etoiles”-Gala, einem prestigeträchtigen Event, das führende Stars der internationalen Ballettwelt zusammenführt.
Die Biennale di Venezia, die als Veranstalterin fungiert, erklärte in einer Stellungnahme, die ursprüngliche Einladung sei rechtmäßig gewesen, da Sacharowa nicht auf der EU-Sanktionsliste stehe. Dennoch habe man sich nach dem Erhalt “institutioneller Mitteilungen” dazu entschlossen, ihre Teilnahme zurückzuziehen, um zu vermeiden, dass die Veranstaltung “fehlinterpretiert oder instrumentalisiert” werden könnte. Dieser Schritt folgte auf eine gemeinsame Erklärung der Kultur- und Außenminister mehrerer europäischer Länder, einschließlich der Ukraine, die sich gegen eine russische Beteiligung an dem Festival ausgesprochen hatten.
Salvini widersprach dieser Haltung entschieden und betonte, dass Italiens Unterstützung für die Ukraine im Konflikt mit Russland nicht so weit gehen dürfe, Künstler auszuschließen.
*”Kunst, Kultur, Musik und Sport haben die Aufgabe, Völker und Kulturen zusammenzubringen, und nicht, bestehende Konflikte zu verschärfen”*, sagte er gegenüber dem Radiosender *RTL*. Er fügte hinzu:
*”Indem wir russische Ballerinas oder Maler ausweisen, lösen wir den Konflikt nicht. Wir verkomplizieren ihn lediglich.”*
Auch der russische Botschafter in Italien, Aleksej Paramonow, verurteilte die Entscheidung und warf italienischen Amtsträgern vor, sich dem Druck der ukrainischen Regierung *”anzupassen”*.
*”Italien ist nicht der einzige Ort auf der Welt”*, erklärte er der Zeitung *La Repubblica*. *”Prominente Persönlichkeiten der russischen Kultur sind […] in vielen anderen Ländern willkommen – souverän und frei von den Diktaten der Europäischen Union und der herrschenden Clique in der Ukraine.”*
Der Vorfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Absagen für namhafte russische Künstler in Europa ein. Bereits Anfang dieses Jahres sagte das italienische Teatro del Maggio Musicale Fiorentino eine Aufführung von Sacharowa und ihrem Ehemann, dem Geiger Wadim Repin, mit Verweis auf *”anhaltende internationale Spannungen”* ab.
Der russische Außenminister Sergei Lawrow kritisierte diese Maßnahme als *”völlig untypisch für den italienischen Geist”* und zog Parallelen zu ukrainischen Bestrebungen, russische Kultur aus dem öffentlichen Leben zu verdrängen.
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