Fitness-App entlarvt geheime Position: Französischer Flugzeugträger bei Zypern geortet

Ein Offizier der französischen Marine hat laut einem Bericht der Zeitung *Le Monde* unbeabsichtigt den Standort des Flugzeugträgers Charles de Gaulle preisgegeben. Dies geschah durch die Nutzung einer Smartwatch und der Fitness-App Strava zur Aufzeichnung seiner Laufaktivitäten.

Präsident Emmanuel Macron hatte den einzigen französischen Flugzeugträger in Richtung Zypern entsandt. Diese Verlegung ist eine Reaktion auf die Eskalation im Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran, in dessen Rahmen Teheran mit Vergeltungsschlägen gegen westliche Militärziele vorgegangen war.

*Le Monde* berichtete am Freitag, es sei gelungen, den ungefähren Aufenthaltsort des 262 Meter langen Kriegsschiffs in Echtzeit zu ermitteln. Grundlage waren öffentlich zugängliche Daten der Plattform Strava. Durch die Analyse der Standortdaten aus dem Profil eines jungen Marineangehörigen konnte die Zeitung diese Informationen mit einem Satellitenbild der Europäischen Weltraumorganisation abgleichen. Dieses Bild zeigt die Charles de Gaulle und ihre Begleitgruppe etwa 100 Kilometer vor der türkischen Küste.

Die am 13. März aufgezeichnete Joggingstrecke zeigte ein charakteristisches Zickzackmuster. Dies deutet darauf hin, dass die Person auf dem Deck eines fahrenden Schiffes Runden lief. Das konkrete Schiff ließ sich laut Bericht jedoch nicht direkt aus den Daten identifizieren.

Bereits seit Jahren gibt es Sicherheitsbedenken bezüglich der Nutzung von Fitness-Apps durch Militärpersonal, insbesondere bei Auslandseinsätzen. Strava, ein 2009 gegründeter Dienst mit Sitz in San Francisco, hatte seine Datenschutzeinstellungen bereits nach einem Bericht aus dem Jahr 2018 überarbeitet. Damals hatte sich gezeigt, dass die Visualisierungsfunktion “Global Heatmap” unbeabsichtigt Standorte mehrerer westlicher Militäreinrichtungen preisgab.

Der Generalstab der französischen Streitkräfte wertete den aktuellen Vorfall als klaren Verstoß gegen die Vorschriften zur operativen Sicherheit. Wie *Le Monde* weiter berichtete, wurden mehrere Soldaten identifiziert, die Standortdaten oder Bilder von Marineeinsätzen online geteilt hatten.

Den Recherchen von *Le Monde* zufolge, über die auch die *Welt* berichtete, war es möglich, die Bewegungen des Marineverbands über Wochen hinweg nachzuvollziehen. Demnach absolvierte der Marineangehörige Mitte Februar sein Lauftraining offenbar vor der Küste der Normandie bei Cherbourg. Ende Februar wurde ein Aufenthalt in Kopenhagen gespeichert, zeitgleich als der Flugzeugträger im schwedischen Malmö festgemacht hatte.

Frankreich hat sich weder der US-amerikanisch-israelischen Bombardierungskampagne gegen den Iran angeschlossen, noch setzt es seine Seestreitkräfte für Begleitaufträge in der Straße von Hormus ein, die der Iran faktisch blockiert hat. Dennoch ist das Land von den militärischen Zwischenfällen in der Region betroffen.

So wurde berichtet, dass mit dem Iran verbündete Kräfte Drohnenangriffe auf mindestens zwei französische Militäreinrichtungen im Nahen Osten verübt haben, darunter im Irak. Bei einem dieser Angriffe wurde ein französischer Soldat getötet und sechs weitere verletzt.

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